EU droht USA mit Strafzöllen auf Whiskey und Motorräder

Die EU droht den USA mit Strafzöllen auf Bourbon-Whiskey und Harley-Davidson-Motorräder, sollten die Vereinigten Staaten zulasten europäischer Unternehmen ihren eigenen Stahlmarkt abschotten. Vergeltungsmaßnahmen könnten im Fall der Fälle innerhalb weniger Tage in Kraft treten.

Die EU-Kommission in Brüssel wollte die Drohung offiziell nicht bestätigen. Nach Informationen der Deutschen-Presse Agentur wird allerdings schon seit dem vergangenen Sommer an einer Liste mit US-Produkten gearbeitet, die als Reaktion auf Abschottungsmaßnahmen mit zusätzlichen Zöllen belegt werden könnten. Neben Whiskey und Motorrädern gehören demnach auch in den USA angebaute Kartoffeln oder Tomaten sowie Rum oder Orangensaft dazu.

Hintergrund der EU-Liste sind die Erwägungen der Regierung in Washington, zum Schutz der heimischen Wirtschaft hohe Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte zu erheben und Mengenbeschränkungen einzuführen. Entsprechen diese nicht den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO), könnte die EU legal als Vergeltungsmaßnahme zusätzliche Einfuhrzölle auf US-Produkte erheben.

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, hatte zuletzt ausgeführt, er befürchte angesichts angedrohter US-Zölle auf Stahlimporte negative Folgen für die Exportnation Deutschland. „Es ist falsch, im Alleingang Einfuhren massiv einzuschränken. Dies könnte Gegenmaßnahmen anderer Staaten zur Folge haben“, so Kempf (thb.info 19. Februar 2018). Das Vorgehen der USA könnte andere Länder dazu bewegen, ebenfalls protektionistische Maßnahmen mit der Begründung nationaler Sicherheitsbedenken zu ergreifen. „Das würde die Handelsnation Deutschland rasch treffen“, betonte der BDI-Präsident. dpa/fab

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