Feiern und helfen: Das passt gut zusammen

Jetzt erst recht, Schifffahrtskrise hin oder her: Zum 65. Mal in Folge wurde in Hamburg das „Fest Seefahrt“ ausgerichtet. Die Erlöse fließen an maritime Stiftungen.

Mehr als 300 Gäste waren der Einladung des der Gemeinützigkeit verpflichteten Vereins Fest Seefahrt gefolgt und genossen unbeschwerte Stunden in den Mozart-Sälen an der Moorweidenstraße in Hamburg.

Natürlich war die immer noch währende globale Branchenkrise ein Thema bei den zahlreichen Tischgesprächen. Kapitän Sven Kruse, erster Vorsitzender des Vereins Fest Seefahrt, stellte in seiner Rede unter anderem fest: „Nach neun Jahren Schifffahrtskrise mit untergegangenen Schifffahrtsbetrieben und gravierenden Veränderungen bei großen, international bekannten Hamburger Firmen machen uns Branchenkenner immer noch keine Hoffnungen auf eine Erholung der wirtschaftlichen Lage.“ Der Substanzverlust gerade auch in der deutschen Handelsflotte sei mit Händen zu greifen. Ja, es könne sogar von einem „Überlebenskampf“ vieler Betriebe gesprochen werden.

Dr. Roland Heintze, Unternehmer und Landesvorsitzender der CDU in Hamburg, unterstrich einmal mehr die große Bedeutung der maritimen Wirtschaft für den Wohlstand des gesamten norddeutschen Raumes. Er zeigte sich besorgt über die weiter schleppende Elbvertiefung, aber auch über die globalen politischen Verwerfungen, die auch den Welthandel nicht ungeschoren lassen.

Tanzveranstaltung

In den geschmackvoll, maritim dekorierten Mozart-Sälen, deren besonderer Blickfang ein vom Hamburger Fotografen Günter Block neu gestaltetes Bühnenbild war, wurde im Verlauf des Abends ordentlich getanzt. Dazu wurden Auftritte des Shantychors „Windrose“ als kleine „Verholpause“ mit eingestreut – Darbietungen, die immer wieder gut ankamen.

Wie in den Vorjahren fieberten die Gäste auch der traditionellen Mitternachtsverlosung mit fantastischen Preisen entgegen. Diese hatten wieder einmal verschiedene, der Schifffahrt verbundene Künstler und Sponsoren beigesteuert. Die Veranstaltung wird weiterhin vom Grundsatz getragen, dass der Frohsinn von Menschen immer dann besonders veredelt wird, wenn er auch noch jene beglücken kann, denen es nicht so gut geht oder die aus anderen Gründen unterstützungswürdig sind.

Und so fließen die Eintrittsgelder und die Einnahmen aus dem Losverkauf der Veranstaltung, die unter der Schirmherrschaft des Verbands Deutscher Kapitäne und Schiffsoffiziere zu Hamburg (VDKS) sowie der Nautischen Kameradschaft „Hansea“ steht, an die maritimen Stiftungen „Seefahrtsdank“ – zur Unterstützung bedürftiger älterer Seeleute – und an die „Carl-Kircheiss-Stiftung zur Förderung des Berufsnachwuchses. Übrigens: Wer schon für 2018 planen will: Das 66. „Fest Seefahrt“ findet am 20. Januar 2018 statt – frei nach dem zum geflügelten Wort avancierten Satz : „Same procedure as every year.“ EHA/jeme

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