Fördergelder nicht vollständig abgerufen

Deutsche Reeder lassen für 2016 gut 8,7 Millionen Euro verfallen. Das BSH findet aktuell leicht maritimes Fachpersonal.
Das bestätigte Jörg Kaufmann, Leiter der Abteilung Schifffahrt im Bundesamt für Seeschifffahrt und Hy drographie (BSH), dem THB im Rahmen der Präsentation der maritimen Behörde für 2016 (THB 20. Januar 2017). Kaufmann: „Gut 8,7 Millionen Euro wurden nicht abgefordert, verfielen damit und gehen so zurück an den Bund.“ Im Fördertopf befanden sich für das Berichtsjahr demnach gut 57,6 Millionen Euro. Die Bearbeitung der von den Reedereien individuell einzureichenden Anträge erfolgt durch das BSH. In der maritime Behörde geht man indes davon aus, dass die für das laufende Jahr eingestellten Bundesmittel wieder vollständig ausgegeben werden. Die weiterhin negativ ausstrahlende Schifffahrtskrise lässt sich auch in der offiziellen Amtsstatistik ablesen. Danach befanden sich zum 31. Dezember 2016 insgesamt 330 Schiffe mit mehr als 100 BRZ im sogenannten Seeschiffsregister, darin eingeschlossen 180 Einheiten im ISR (Internationales Seeschifffahrtsregister). Weitere gut 2300 Schiffe mit deutschen Eigentümern fahren befristet unter Fremdflaggen auf den Ozeanen.
Das BSH setzt bei der Besetzung seiner insgesamt fünf Spezialschiffe zur Wracksuche, Vermessung und Forschung weiterhin auch auf eigene Ausbildung. So würden beispielsweise jährlich bis zu vier junge Menschen im Berufsbild Schiffsmechaniker ausgebildet. Kai-Oliver Twest, im BSH zuständig für die Behörden-Flotte, berichtet, dass man aktuell für den Bereich Nautik sehr gut auf das Angebot im Fachpersonalmarkt zurückgreifen könne. Denn es würden derzeit zahlreiche Nautiker nach einer Beschäftigung suchen, weil sie bei deutschen Reedereien keinen geeigneten Job finden. Weiterhin seien Engpässe gerade bei den technischen Qualifikationen zu spüren, „zum Beispiel bei den Elektrotechnikern“. Beim BSH arbeiten zurzeit rund 120 Beschäftigte im Seebetrieb.
Im Zusammenhang mit der Berichterstattung des THB vom 20. Januar über die neue „Atair“ hat sich unterdessen ein Übertragungsfehler eingeschlichen. Das Schiff kostet tatsächlich 114 Millionen Euro und nicht 14 Millionen Euro, wie es in der Ausgabe hieß. Wir entschuldigen uns für das Versehen. EHA
