Formel-Wirrwarr beim Bunker

Durch die von den Linienreedern forcierte Ausgliederung der Treibstoffkosten aus der Seefrachtrechnung nimmt die Komplexität des Frachteneinkaufs dieses Jahr drastisch zu. Von einer Standardformel für die Ratenanpassung ist der Markt nach Einschätzung der Beratungsfirma Tim Consult Lichtjahre entfernt.

Den Experten zufolge sind die von den Carriern neu eingeführten Zuschlagformeln nur eingeschränkt nachvollziehbar, was die Großverlader zusätzlich ansporne, mit eigenen Berechnungsformeln dagegenzuhalten. Resultat: Je nach Verhandlungsstärke von Carriern und Großkunden würden in den einzelnen „Trades“ unterschiedliche Regelungen getroffen. „Logisch, es ist doch ein Markt. Man schaut, wo man sich in der Mitte treffen kann“, sagt Björn Klippel, Geschäftsführer von Tim Consult, gegenüber der THB-Schwesterpublikation DVZ. Damit sollte nach dem Willen der Linienreeder eigentlich Schluss sein, als sie Ende vergangenen Jahres flächendeckend neue Bunkerklauseln einführten.

Auch wenn die Carrier die gewünschte Einheitlichkeit der Bunkerklauseln nicht herstellen konnten, haben sie laut Tim Consult zumindest ein Ziel erreicht: „All-inclusive“-Raten mit zwölfmonatiger Bindung gibt es wohl nicht mehr. Auch Großverlader, die bislang feste Pauschalraten bekommen haben, müssen jetzt grundsätzlich Bunkerklauseln akzeptieren.

Das Preisschwankungsrisiko beim Treibstoff sind die Carrier damit los. Positiv für die Kunden wertet Björn Klippel dabei, dass die jetzt vereinbarten Zuschlagformeln transparenter als früher seien. Der Experte rechnet zudem damit, dass einige der größten Kunden im globalen Seefrachtgeschäft auch in Zukunft einen einheitlichen Anpassungsmechanismus für sich selbst durchsetzen können. mph/bek

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