Gemischte Umschlagbilanz deutscher Häfen

Deutschlands Häfen bleiben für die reibungslose Abwicklung des seewärtigen Außenhandels unverzichtbar.

Das zeigte sich erneut mit der Vorlage der endgültigen Zahlen über die Umschlagentwicklung, die der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) in Hamburg sowie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden jetzt vorgelegt haben.

Danach gingen im Berichtsjahr rund 304,7 Millionen Tonnen über die Terminals und Umschlageinrichtungen der verschiedenen deutschen Seehäfen an Nord- und Ostsee. Das entspricht einem Mengenwachstum von 1,7 Prozent gegenüber 2017, als insgesamt 299,5 Millionen Tonnen bewegt wurden. Daniel Hosseus, ZDS-Haupftgeschäftsführer gegenüber dem THB: „Das Gesamtergebnis 2018 liegt deutlich über 300 Millionen Tonnen. Das ist erfreulich.“

Der Blick auf die Gesamtmenge zeigt, dass der Güterexport über die deutschen Häfen mit gut 122 Millionen Tonnen zwar um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen konnte. Er lag jedoch mengenmäßig deutlich unter den Importen, die mit 182,7 Millionen Tonnen zu Buche schlugen. Eine Menge, die sich mit 1,9 Prozent über dem Vorjahresniveau bewegte.

Der ZDS weist in einer ergänzenden Kommentierung darauf hin, dass trotz gestiegener Umschlagzahlen das zurückliegende Jahr für die deutschen Häfen, aber auch für den deutschen seewärtigen Außenhandel, von verschiedenen Sonderfaktoren mit beeinflusst wurde. Dazu gehörten unter anderem die Unsicherheiten in der internationalen Handelspolitik, aber auch Sondereffekte wie der Dürresommer 2018. Das gilt damit vor allem für den Umschlag landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Ein Einflussfaktor, der, aufgrund nicht erzielter Lagermengen, auch die Umschlagbilanz der darauf spezialisierten Häfen und Betriebe im laufenden Umschlagjahr mit beeinflussen dürfte.

Zu den wichtigen Umschlaggütern gehörten im Berichtsjahr erneut Maschinen und Ausrüstungen. Rein bezogen auf die damit verbundenen Mengen lag der Zuwachs bei 17,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rückläufig waren im Berichtszeitraum hingegen Sekundärrohstoffe und Abfälle mit einem Minus von 14,2 Prozent sowie sonstige Mineralerzeugnisse. Ihre Gesamtmengen lagen um 11,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Landwirtschaftliche Produkte sowie Erzeugnisse, die im weiteren Sinn mit dieser Gütergruppe korrespondieren, verringerten sich 2018 „stark“, und zwar um 28 Prozent.

Hinsichtlich der regions- und länderspezifischen Zuordnung spielten für 2018 erneut China und auch die EU wieder eine zentrale Rolle. So legte der Güterverkehr mit China im Berichtsjahr um 5,3 Prozent, der mit den EU-Nachbarländern um 2,1 Prozent zu.

Was die Güterstrukturen über die deutschen Häfen betrifft, bleibt der Containerumschlag weiter von herausragender Bedeutung, auch wenn bei der reinen Mengenentwicklung 2018 lediglich von Stabilität die Rede war. Alles in allem wurden im Berichtsjahr über die Terminals in den deutschen Seehäfen 15,1 Millionen TEU umgeschlagen. Bemerkenswert: Das Ladungsgewicht nahm im Berichtszeitraum zu, und zwar um 8,1 Prozent.

Dass die deutschen Seehäfen auch für den Passagierverkehr eine große Rolle spielen, zeigte sich 2018 ebenfalls erneut. Dabei geht es neben dem stark wachsenden Kreuzfahrtgeschäft auch um die klassischen Fährverkehre, von herausragender Bedeutung bei den deutschen Ostseehäfen, sowie den Ausflugs- und die Inselverkehre. Für die Passagierbilanz 2018 ergibt sich damit eine Gesamtanzahl von 30,7 Millionen Passagieren. Dieser Wert lag leicht, und zwar um 0,3 Prozent, unter dem Vorjahresniveau. 2017 wurden in den deutschen Häfen rund 30,8 Millionen Passagiere gezählt.

Last but not least: In den deutschen Seehäfen wurden 2018 insgesamt 127.972 Schiffe abgefertigt, ein Plus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für 2019 stellt sich ZDS-Chef Hosseus auf einen weiteren leichten Mengenanstieg ein. „Der Brexit, die internationalen Handelsbeziehungen und nicht zuletzt der Ausgang der Europawahlen sind dabei Unwägbarkeiten. Die Hafenwirtschaft jedenfalls investiert in noch bessere Produkte für ihre Kunden. Im Wettbewerb sind wir sehr gut aufgestellt.“ EHA

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