„Gorch Fock“ jetzt im Dock bei Bredo

Im Schlepp: „Gorch Fock“ auf dem Weg nach Bremerhaven, Foto: Eckardt
„Weiß ist das Schiff, das wir lieben“, heißt es im Lied über die „Gorch Fock“, das Segelschulschiff der Deutschen Marine.
Doch von dieser Herrlichkeit ist die 1958 in Hamburg bei Blohm & Voss gebaute Bark derzeit meilenweit entfernt. Denn die „Gorch Fock“ wird seit Dezember vergangenen Jahres für einen hohen siebenstelligen Betrag bei der Elsflether Werft generalüberholt (THB 16. Dezember 2015). In Unterauftrag führt die Bredo-Werft in Bremerhaven bis in den April hinein umfangreiche Dockungsarbeiten durch, da die Werft in Elsfleth über kein eigenes Schwimmdock verfügen. Auf der anderen Seite sind die Elsflether Schiffbauer besonders gut mit der Dreimastbark vertraut, kommt sie doch seit mehr als 15 Jahren regelmäßig in die Werft an der Unterweser. In Begleitung der beiden URAG-Schlepper „Blexen“ und „Berne“ wurde das Marineschiff jetzt nach Bremerhaven verholt.
Im Schwimmdock I der Bredo-Werft wird vor allem der Unterwasserbereich der knapp 90 Meter langen Bark (über Bugspriet) überprüft, wobei dem Stevenrohr im Heck besondere Aufmerksamkeit gilt. Darüber hinaus gehören zum Aufgabenpaket, das im Sommer abgeschlossen sein soll, Arbeiten an der Takelage und den Einrichtungen im Hygienebereich sowie eine Überprüfung der Motoren und des Getriebes. Komplex sind zudem die Arbeiten an der Elektro- und bordeigenen Kommunikationstechnik. Nach derzeitigem Stand geht es voraussichtlich im Juli wieder zurück in das Marinearsenal nach Wilhelmshaven. Im Heimathafen Kiel wird das mit Abstand bekanntestes Schiff der Deutschen Marine Ende Juli, Anfang August zurückerwartet, so dass im weiteren Jahresverlauf zu neuen Ausbildungstörns in See gestochen werden kann.
Für Schlagzeilen sorgte das Schiff, als es Ende November 2015 im Rahmen eines „Open-Ship“-Termins in Wilhelmshaven beim Anlegen eine Versorgungspier rammte. Die Havarie wurde zufällig gefilmt und der Film ins Internet gestellt (THB 1. Dezember 2015). EHA/CE
