Häfen als Anker der Hoffnung

Ein Logo von höchster Symbolkraft in Zeiten von Covid-19: das Wort der Kanzlerin als Ideengeber?, Foto:Duisport-Gruppe

Mutmacher: Hafenchef Staake, Foto: Frank Reinhold,

„Unser tägliches Leben hat sich in den vergangenen Wochen so sehr verändert wie nie zuvor.“
Der Vorstand der Duisport-Gruppe, bestehend aus Erich Staake, Thomas Schlipköther und Markus Bangen, hat mit diesem klar formulierten Satz auf der Website der multimodal ausgerichteten Hafen- und Logistik-Gruppe den Nagel auf den Punkt getroffen: Der Anlass für diesen Bronzesatz: der weltweit um sich greifende Coronavirus.
Keine Frage: Zu den Einrichtungen der deutschen Logistik- und Verkehrswirtschaft, die das derzeit alles Denken und Handeln bestimmende Thema aktiv „behandeln“ gehört die Duisport-Gruppe. Das jedenfalls zeigte eine Blitzrecherche des THB auf den Internet-Seiten von knapp zwei Dutzend Einrichtungen der maritimen Verbundwirtschaft. Zu diesen klaren, die Wirklichkeit genau beschreibenden Zeilen gehört auch diese Feststellung: „Und wir wissen noch nicht, welches Ausmaß diese Pandemie auf unsere Gesellschaft haben wird.“
Eine Antwort darauf gaben indes die sogenannten „Wirtschaftsweisen“ am Montag in einem Sondergutachten zu den möglichen Folgen der Covid-19-Pandemie (s. Seite 14). Für sie ist eine schwere Rezession in Deutschland „unvermeidbar“
Wer die Frage nach dem „Danach“ stellt, auch für den zeigt Europas größter Binnenhafen den weiteren klar Weg auf. Heißt es doch weiter in dem Vorstandsschreiben: „Wir sind gut aufgestellt und wir sind vorbereitet. Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam mit Ihnen, unserer duisport-Mannschaft, diese Herausforderung bewältigen werden.“
Der Vorstandsbrief wird zum Schluss mit einem Satz „gekrönt“ − versinnbildlicht über ein entsprechendes Logo −, für den wahrscheinlich das Wort der Bundeskanzlerin aus dem Herbst 2015, dem Höhepunkt der EU-Flüchtlingskrise, die Quelle der Inspiration gewesen sein mag. In Duisburg heißt es fünf Jahre später − auf den Punkt gebracht: „Gemeinsam schaffen wir das.“
Damit nicht genug. Das (fiktive) Ausrufezeichen hinter diesem Satz bildet ein „Anker“. Er steht symbolhaft für die Hoffnung, aber auch für die Zuversicht und das Heil. Und auch das die Vorstandsbotschaft aus Duisburg so besonders. Das große Dankeschön an die Mitarbeiter, ganz gleich, ob in der Verwaltung, der Logistikhalle oder an der Kaikante.
Genau an diese Mitarbeiter hat auch die LHG-Gruppe im Ostseehafen Lübeck in geradezu vorbildlicher Weise gedacht und das auf ihrer Website platziert: „Ein großes Dankeschön. Der Hafen läuft, dank Euch! Ihr helft Euch untereinander, und das ist super! Bleibt gesund.“ Mit anderen Worten: Die Häfen sind für das Funktionieren der deutschen Volkswirtschaft nicht nur „systemrelevant“.Sie wirken auch als „Mutmacher“ und „Hoffnungsanker“. Und das ist in Zeiten von Covid-19 mindestens genauso „systemrelevant“. EHA
