Hapag-Lloyd startet 2017 mit Verlust

Die Raten sieht Hapag-Lloyd im Aufwärtstrend. Teilweise waren Erhöhungen durchzusetzen (Foto: Hapag-Lloyd)
Hohe Bunkerpreise und niedrige Frachtraten haben bei Hapag-Lloyd im Startquartal 2017 zu einem höheren Verlust geführt.
Das Defizit stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 19 Prozent auf 62,1 Millionen Euro, teilte die Hamburger Reederei am Freitag mit. Operativ schrieb das Unternehmen schwarze Zahlen und lag dabei mit 131,3 Millionen Euro über dem Vorjahreswert.
Hapag-Lloyd transportierte 1,9 Millionen TEU und damit 6,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz legte um 10,4 Prozent auf 2,13 Milliarden Euro zu, wobei der Anstieg auch durch Wechselkurseffekte begünstigt wurde. Die durchschnittliche Frachtrate lag mit 1047 Dollar pro TEU zwar 20 Dollar unter dem Vorjahresquartal, zeigte sich im Vergleich zu den vergangenen Quartalen jedoch weiterhin mit leichtem Aufwärtstrend. „Trotz des weiterhin herausfordernden Branchenumfelds konnten in einigen Fahrtgebieten Ratenerhöhungen durchgesetzt werden, die sich jedoch erst im weiteren Jahresverlauf auf das Ergebnis auswirken sollten“, stellt Hapag-Lloyd fest. Auf der anderen Seite hätten die weiter gestiegenen Bunkerpreise das Ergebnis im ersten Quartal spürbar belastet. Für eine Tonne Treibstoff musste Hapag-Lloyd durchschnittlich 313 Dollar zahlen – im Vergleich zu 197 Dollar im Vorjahreszeitraum. Jetzt wurde der höchste Stand seit Juni 2015 erreicht.
„Neben der Vorbereitung des Zusammenschlusses mit UASC war im ersten Quartal der Start unserer neuen Allianz im Fokus unserer Arbeit“, sagte Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen. The Alliance sei gut gestartet, und der Abschluss der Fusion mit der arabischen Reederei UASC stehe kurz bevor. Anschließend habe die schnelle Integration und die Realisierung erster Einspareffekte Priorität. Insgesamt soll der Zusammenschluss mit UASC ab 2019 jährliche Einsparungen von 435 Millionen Dollar bringen. Der Abschluss der Fusion hatte sich mehrfach verzögert.
Vorzeitige Tilgungen
Hapag-Lloyd weist im Quartalsbericht darauf hin, dass nach dem Bilanzstichtag in Absprache mit den finanzierenden Banken aufgrund von Unterdeckungen in den Loan-to-Value-Quoten 10,3 Millionen Dollar an vorzeitigen Tilgungen für Schiffsfinanzierungen geleistet wurden.
„Hapag-Lloyd ist trotz leicht steigender Frachtraten noch lange nicht über den Berg“, sagte der parlamentarische Geschäftsführer und wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Michael Kruse, anlässlich der Bilanzveröffentlichung. Die Fusion mit UASC müsse nun „endlich unter Dach und Fach gebracht“ werden. Der wachsende Konzernverlust von Hapag-Lloyd lasse sich auch auf das schlechte Zinsergebnis zurückführen. UASC bringe zudem mehr als vier Milliarden Dollar Schulden in den Konzern ein. fab/lno

