K+S: Mittelfristziel nicht mehr erreichbar

Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S hat sich von seinem Mittelfristziel im Jahr 2020 verabschiedet.

Für das laufende Jahr sieht sich die Muttergesellschaft der Hamburger K+S Transport GmbH (KST/Kalikai) aus Nordhessen nach einem Umsatz und Gewinnanstieg im zweiten Quartal aber auf Kurs. Mit seinen Kennzahlen und dem Ausblick konnte das MDax-Unternehmen am Markt am Dienstag jedoch nicht punkten. Die Aktien waren mit einem Abschlag von mehr als fünf Prozent gegen Mittag mit Abstand der schwächste Wert im Index der mittelgroßen Werte in Deutschland. Händler und Analysten zeigten sich enttäuscht.

Komplett verabschieden musste sich K+S-Chef Burkhard Lohr bei der Zahlenvorlage von den Mittelfristzielen: „Aus heutiger Sicht ist das Ziel aus 2015, im Jahr 2020 ein Konzern-Ebitda von rund 1,6 Milliarden Euro erreichen zu können, nicht mehr realistisch“, erklärte er. 2016 hatte der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bei 519 Millionen Euro gelegen. Bei Ausgabe des Ziels sei man von einem Kalipreis von rund 330 US-Dollar je Tonne in Brasilien ausgegangen. Obwohl der aktuelle Preistrend „in die richtige Richtung“ zeige, dürfte dieser Wert wohl nicht erreicht werden. Keine Abstriche machte der Manager bei den Zielen für das laufende Jahr. „Wir bleiben zuversichtlich und bestätigen unsere Prognose, dass das Ergebnis spürbar steigen wird.“ 2017 bleibe dennoch ein Übergangsjahr.

Insgesamt dürfte der Umsatz im laufenden Jahr auf 3,6 bis 3,8 Milliarden Euro klettern, nach 3,5 Milliarden ein Jahr zuvor. Der operative Gewinn (Ebit I) dürfte sich auf 260 bis 360 Millionen Euro erhöhen, nach 229 Millionen ein Jahr zuvor. Im zweiten Quartal profitierte K+S von der Erholung am Kalimarkt und einer durchgehenden Produktion im Werk Werra nach Entsorgungsproblemen mit salzhaltigen Abwässern zum Jahresbeginn. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz im Jahresvergleich um 1,4 Prozent auf 742 Millionen Euro.

Auch bei den Gewinnkennzahlen zeigte die Belebung des Kalimarktes im Vergleich zum sehr schwachen Vorjahr Wirkung. Der operative Gewinn erhöhte sich im zweiten Quartal um 90 Prozent auf 28,5 Millionen Euro. Trotz Anlaufkosten für eine neue Mine in Kanada verdoppelte sich das operative Ergebnis im Kaligeschäft. Unter dem Strich blieb im zweiten Quartal ein Konzerngewinn von 38,3 Millionen Euro, nach 0,1 Millionen ein Jahr zuvor.

K+S ist der größte Salzhersteller der Welt. Den Großteil des Gewinns machen die Hessen mit mehr als 14.000 Mitarbeitern aber in der Regel mit Kali-Dünger für die Landwirtschaft. FBi/dpa

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