Kurs auf Stahlfusion mit Tata

Thyssenkrupp nimmt nach einer Einigung mit den Arbeitnehmervertretern Kurs auf eine Fusion seiner Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tata.

Nach monatelangem Streit hatte der Industriekonzern zuvor weitreichende Standort- und Beschäftigungssicherungen sowie Investitionen zugesagt, wie Unternehmen und IG Metall noch vor Weihnachten mitteilten. Gleichzeitig deutete Thyssenkrupp einen möglichen Abschied vom Stahlgeschäft an – eventuell durch einen Börsengang.

„Mit dem erzielten Ergebnis haben wir eine wesentliche Voraussetzung dafür geschaffen, unsere strategische Zielsetzung zu erreichen und gleichzeitigen Interessen unserer Beschäftigten gerecht zu werden“, sagte Thyssenkrupp-Chef Dr.-Ing. Heinrich Hiesinger. Der Konzernchef hatte den Plan zuvor mit Nachdruck verfolgt.

Wesentlicher Bestandteil der Einigung ist eine Beschäftigungssicherung bis zum 30. September 2026. An dem Abbau von bis zu 2000 Stellen in Deutschland im Zuge der Fusion hält Thyssenkrupp fest. Dieser soll jedoch sozialverträglich erfolgen.

Thyssenkrupp und Tata erhoffen sich durch die Zusammenlegung ihrer Aktivitäten hohe Einsparungen – früheren Angaben zufolge 400 bis 600 Millionen Euro jährlich. An dem Gemeinschaftsunternehmen sollen beide Unternehmen zunächst je 50 Prozent besitzen.

Nach Abschluss der derzeit laufenden wirtschaftlichen Prüfung des Vorhabens soll der Vertrag über das neue Gemeinschaftsunternehmen möglichst Anfang dieses Jahres unterzeichnet werden. Der Vollzug wird nach Freigabe der Kartellbehörden Ende 2018 angestrebt.

Thyssenkrupp will dabei auch weiter in die deutschen Stahlstandorte investieren – rund 400 Millionen Euro jährlich will der Konzern dafür bereitstellen und damit das derzeitige Niveau halten.

Die IG Metall will noch im Januar das Ergebnis an den Stahlstandorten zur Abstimmung stellen. Zuvor hatte die Gewerkschaft ein bis zum 22. Dezember befristetes Ultimatum gestellt. dpa/FBi

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