Laschen als reiner Hafenjob

Schnelligkeit ist Trumpf: Feeder haben kurze Liegezeiten in den Häfen. Das Laschen erledigt die Crew, Foto: Arndt
Sollte das Laschen von Containern an Bord von Feederschiffen künftig nur noch durch klassische Hafenarbeiter ausgeführt werden oder weiterhin eine Aufgabe für die Besatzungen von Container-Zubringer- und Verteilerschiffen bleiben?
Nach Überzeugung verschiedener europäischer Feeder-Reedereien und -Operateure sollte an der bisherigen Praxis nichts verändert werden. Die zu einer Art Interessenverbund zusammengeschlossenen und von Rotterdam aus betreuten Unternehmen widersprechen damit entschieden der Position der International Transport Workers’ Federation (ITF). Sie hat in den zurückliegenden Monaten den Druck auf eine Anpassung der sogenannten „Dockers Clause“ in den Musterarbeitsverträgen der auf die Vermittlung von seemännischem Personal spezialisierten, internationalen Agenturen erhöht und verlangt, dass die Ladungssicherungsarbeiten nur noch durch Hafenarbeiter ausgeführt werden dürfen.
Die einflussreiche und zudem im Bedarfsfall auch konfliktbereite Transportarbeiter-Gewerkschaft ITF begründet ihren Vorstoß mit verschiedenen Argumenten. So ist sie davon überzeugt, dass die Lasch-Tätigkeit aus Sicherheitsgründen nur durch die im Umgang damit vertrauten Hafen- und Terminal-Mitarbeiter ausgeführt werden solle.
Die Feeder-Reedereien teilen diese Sichtweise überhaupt nicht. Das Sicherheits-Argument halten sie für nicht schlüssig. Schließlich gehörten die Ladungssicherungsarbeiten seit Jahr und Tag auch zum klassischen Ausbildungs- und auch Tätigkeitsprofil des im Decksdienst eingesetzten seemännischen Bordpersonals.
Zudem befürchten die Reedereien, dass etwa bei Bedarfsspitzen in den Seehäfen entsprechendes Fachpersonal nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehe. Denn neben den Feedern müssen Laschtätigkeiten ja auch auf den Großfrachtern ausgeführt werden. Bei den Feedern besteht zudem die Notwendigkeit, die Lasch-Arbeiten sehr schnell und flexibel durchzuführen. Feeder haben in der Regel sehr kurze Liegezeiten in den Häfen.
Und auch das führen die Unternehmen als Gegenargument an: Kostensteigerungen. Die Verlagerung von bislang durch das Bordpersonal auszuführenden Lasch-Arbeiten durch ortsgebundene Hafendienstleister sei de facto nichts anderes als eine Art Arbeitsbeschaffungsprogramm und schaffe monopolartige Strukturen in den Häfen, so der Interessenverbund. EHA
