Lehmann-Flotte wächst weiter

Seit Sommer 2017 im Einsatz: Mehrzweckfrachter „Ina Lehmann“. Er bekommt bis 2020 ein Schwesterschiff, Foto: Lehmann
Die Lübecker Hafen-, Schifffahrts- und Handelsgruppe Lehmann hat jetzt einen weiteren Mehrzweckfrachter des Typs 4800 tdw bei der niederländischen Werft Royal Bodewes in Hoogezand bestellt.
Das teilte Sven Lohse, Mitglied der Geschäftsführung des Traditionsunternehmens, dem THB mit. „Wir lösen damit die bereits Anfang 2016 bei der Bestellung des Typschiffes „Ina Lehmann“ ausgesprochene Option ein.“ Der Neubau sei weitgehend baugleich zum ersten Schiff dieser Serie. Die Ablieferung ist für das Frühjahr 2020 vorgesehen. Bis dahin wird die mittelständische Reederei auch Klarheit darüber haben, ob sie noch ein drittes Exemplar dieser Erfolgsserie bestellen werden. Lohse: „Wir haben eine entsprechende Option jedenfalls ausgesprochen.“
Der ausschlaggebende Grund für den Neubau ist die Marktlage bei hochwertiger Shortsea-Tonnage: Gute Gebrauchtfrachter in diesem Segment seien nur schwer zu bekommen und damit auch nur zu vergleichsweise hohen Preisen. Auch die Chartern seien zu hoch. Eine Erklärung: Im Marktsegment „kleinere Mehrzweckfrachter“ wurde in den zurückliegenden Jahren weltweit sehr wenig investiert, zugleich aber sehr viel Tonnage rausgezogen, auch um sie zu verschrotten.
Auch die künftige „Heike Lehmann“, deren Name sich von der Cousine des geschäftsführenden Gesellschafters, Holger Lehmann, ableitet, soll schwerpunktmäßig im europäischen Kurzstreckenseeverkehr zu Einsatz kommen. Der mit Eisklasse 1 B zu versehende Frachter, der in einer Kombination aus Eigenmitteln und Bankkredit finanziert wird, fährt künftig unter Antigua-Barbuda-Flagge.
Bemerkenswert an dem Neubau ist, dass der Kasko von vornherein ebenfalls in den Niederlanden entsteht. Im Falle der „Ina Lehmann“ entstand er in Polen und wurde dann zur Endausrüstung in die Niederlande verholt.
Auch im Geschäftsbereich „Hafen“ geht es in der Unternehmensgruppe voran, die sich auch auf der Ende Mai erstmals in Deutschland, genau in Bremen, stattfindenden „Breakbulk Europe“-Fachmesse, präsentieren wird. Lohse: „Im Februar erhielten wir den neuen Umschlagkran des finnischen Herstellers Mantsinen für den Lehmann Kai 1. Er wurde vor Ort aufgebaut und arbeitet zu unserer vollen Zufriedenheit.“ Der „Mantsinen 160 M“ sei auch für größere Schiffe bestens geeignet und zudem sehr wirtschaftlich.
Das Großprojekt „Neue Logistikhallen“ in Lübeck komme voran, beschere dem Unternehmen jedoch „leider“ einen sehr hohen bürokratischen Aufwand. Für 2020 erwarte man derzeit den entsprechenden Planfeststellungsbeschluss, so dass dann mit dem Bau begonnen werden könne.
Das Investitionsvolumen, vom Grundstückserwerb bis zum Hallenbau, bewegt sich in einer Bandbreite zwischen 60 bis 100 Millionen Euro. EHA
