NOK: Streiche sägen, setze brennen

Im Dauereinsatz: Taucher am havarierten Schleusentor, Foto: Behling
Es war den Versuch wert: Doch am Ende erfüllte das Diamantsäge-Verfahren am teilzerstörten Schleusentor in Kiel-Holtenau nicht die in dieses technische Konzept gesetzten Erwartungen.
Zum Durchtrennen des mehr als 1000 Tonnen schweren und mit einer komplexen Innenstruktur versehenen Tores der Südkammer der Großen Schleuse wird nun doch auf das „klassische Brennschneideverfahren“ umgestellt. Diese Entscheidung fiel am Montagabend, nachdem sich die Störungen durch „Haken“ und „Verklemmen“ der Spezialsäge gehäuft hatten. Diese Störungen erzwangen dann immer wieder kurzfristig den Einsatz der Taucher, deren Personalumfang in den zurückliegenden Tagen bereits aufgestockt wurde. Jeder Taucheinsatz beträgt bei den Arbeitswassertiefen von 15 Metern höchstens 50 Minuten, dann muss ein Wechsel erfolgen. Matthias Visser, stellvertretender WSA-Kiel-Leiter, zum THB: „Wenn die Säge rund lief, dann war alles prima. Doch das war leider eher die Ausnahme. Am Ende fehlte es einfach an einer Kontinuität des Sägeprozesses.“ Doch genau die ist unverzichtbar, soll der vor gut zwei Wochen gesteckte, straffe Zeitplan eingehalten werden. Ob die Firma DIAG-G aus Kiel, die das Sägeverfahren bereits bei anderen, ebenfalls anspruchsvollen Einsätzen erfolgreich eingesetzt hatte, angesichts der Einstellungsentscheidung finanziell leer ausgeht, kommentierte Visser nur mit diesen Worten: „Diese Firma wurde vom Generalauftragnehmer Nobiskrug bestellt. Es ist damit eine Geschäftsbeziehung zwischen diesen beiden Unternehmen.“
Das Zerteilen des Tores mittels Brennschneidern wird jetzt auch die Hamburger Firma Taucher Knoth ausführen, die bereits für sämtliche Taucherarbeiten seit Beginn des Bergungsprozesses einsteht.
Die Geschwindigkeit, mit der die Arbeiten in Kiel-Holtenau vorankommen, entscheidet auch maßgeblich über den Schwimmkraneinsatz. Den hält man beim WSA für die kommende Woche für möglich. Und: Es gebe „mehrere Optionen“, so Visser. Sobald der Kran zum Aufnehmen der beiden Torhälften fix bestellt werden könne, werde man dessen Namen auf der Internetseite des WSA Kiel veröffentlichen, so Visser weiter.
Indessen stauten sich am Dienstag die Schiffe im Zulauf auf Kiel-Holtenau, unter anderem auch aus Witterungsgründen, das heißt dichtem Nebel im Bereich des NOK. So teilte die Kanal-Agentur UCA bei Redaktionsschluss mit, dass die Wartezeit im westgehenden Verkehr bei acht Stunden lag, ostgehend nur bei einer Stunde. EHA


