Nordmetall: „Die Aussichten sind düster“

Die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in den fünf Küstenländern befürchten nach einer Umfrage des Arbeitgeberverbandes Nordmetall drastische Folgen durch die Ausbreitung des Coronavirus. „Die Ergebnisse sind äußerst besorgniserregend“, sagte Hauptgeschäftsführer Nico Fickinger in Hamburg. Die Corona-Krise bereite der norddeutschen Industrie schon jetzt erhebliche Probleme.

Im Einzelnen hatten bereits 43 Prozent von 164 befragten Betrieben aus der Metall- und Elektroindustrie Produktions- oder Lieferausfälle zu verzeichnen. 95 Prozent gehen von einer Verschärfung der Lage in den nächsten sechs Wochen aus, 54 Prozent sogar von einer drastischen Verschärfung. Nur sechs Prozent erwarten, dass sie die Verluste noch in diesem Jahr wieder wettmachen können, 38 Prozent im nächsten Jahr und 20 Prozent noch später oder gar nicht. Der Rest sieht sich angesichts der unübersichtlichen Situation nicht zu einer Prognose in der Lage.

Große und mittlere Schäden richten vor allem unterbrochene Lieferketten in den Betrieben an, gefolgt von Personal- und Produktionsausfällen sowie Liquiditätsproblemen von Kunden. „Die Corona-Krise beeinträchtigt die Industrie schon jetzt massiv, und die Aussichten sind düster“, sagte Fickinger. Bund und Länder müssten die Ankündigungen für schnelle und unbürokratische Hilfen nun zügig umsetzen. „Neue Kostenbelastungen dürfen jetzt auf keinen Fall entstehen, auch nicht durch die Tarifrunde. Nur dann können unsere Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels ihre angestammten und bewährten Mitarbeiter halten“, so der Nordmetall-Hauptgeschäftsführer. bek/lno

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