Offshore-Branche im Wandel

Kommen oder gehen? Die Offshore-Windbranche verzeichnet aktuell noch rund 24.500 Arbeitsplätze, Foto: DOTI 2010/alpha ventus/Matthias Ibeler
Der Offshore-Windkraftbranche stehen ungewisse Zeiten bevor. Und das trotz einer aktuell guten Marktlage, wie eine aktuelle Studie des unabhängigen Marktforschungsinstituts Wind Research ergeben hat. Demnach beschäftigen die 771 befragten Unternehmen der Branche derzeit rund 24.500 Mitarbeiter. Allerdings sei die Anzahl der Marktteilnehmer aufgrund der Konsolidierung bereits gesunken. So erfassten Wind Research und das Beratungsunternehmen PwC im Jahr 2011 noch etwa 1100 Unternehmen in der Offshore-Windkraftbranche.
Mit Blick auf die zukünftige Entwicklung zeigt die Studie unterschiedliche Szenarien auf: Zum einen könnte die Branche bis zum Jahr 2035 bis zu 8500 Beschäftigte verlieren. Nämlich dann, wenn der Ausbau nachhaltiger Energien den Richtwerten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2017) folgt. Damit würden nicht nur weniger Offshore-Windparks gebaut werden, es würde zudem eine Ausbaulücke in den Jahren 2020 bis 2022 entstehen. Das EEG 2017 sieht vor, dass bis 2020 Windenergieanlagen mit 6,5 Gigawatt (GW) Leistung auf See installiert werden sollen. Bis 2030 sollen es dann 800 Megawatt (MW) pro Jahr sein. Die bereits genehmigten Windparks reichen bereits fast aus, um die Ziele bis 2025 zu erreichen.
Bei einer Anhebung des Ausbauziels auf 30 GW, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung erreichen zu können, würden hingegen bis zu 10.000 Arbeitsplätze hinzukommen. Diese Zunahme bei den Beschäftigten würde sich allerdings aufgrund von Verzögerungseffekten in Bezug auf Planung und Investitionen erst ab 2025 bemerkbar machen.
Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Offshore-Windbranche in Deutschland der Studie zufolge einen Umsatz von neun Milliarden Euro. acw