Rekordjahr für Oberelbe-Häfen

Schrottverladung im Alberthafen: Dresden verzeichnete ein kräftiges Plus beim Güterverkehr per Eisenbahn, Foto: SBO
Der Hafenverbund der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO) kann auf das beste Umschlagergebnis seit 1990 zurückblicken. In den zum SBO-Hafenverbund zählenden Binnenhäfen Dresden, Riesa, Torgau, Mühlberg, Děčín, Lovosice und Dessau-Roßlau sind im vergangenen Jahr insgesamt 3,06 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen worden – das entspricht einem Plus von 16 Prozent.
Dank vielfältiger trimodaler Logistikangebote konnten die Auswirkungen des zweiten langanhaltenden Elbe-Niedrigwasserjahres in Folge für die Anlieger und den Hafenbetreiber begrenzt werden, teilt SBO mit. Auch wirtschaftlich werde 2019 auf eines der besten Geschäftsjahre des Hafenverbundes hinauslaufen. Der Umsatz stieg nach vorläufigen Zahlen um 6,7 Prozent auf 23 Millionen Euro.
Die drei sächsischen Häfen Dresden, Riesa und Torgau erzielten mit einem Güterumschlag von 2,31 Millionen Tonnen ein Plus von knapp 23 Prozent. Der niedrigwasserbedingte Rückgang im Schiffsumschlag (minus 17,55 Prozent) konnte durch eine Verlagerung der Güter auf die Bahn kompensiert werden (plus 17,66 Prozent). Beim Containerumschlag im Hafen Riesa wurde zum dritten Mal in Folge ein Rekordergebnis erzielt. 2019 wurden insgesamt 44.343 TEU umgeschlagen und damit 802 TEU als im Vorjahr (plus 1,84 Prozent) gegenüber 2018. Die Boxen werden zweimal wöchentlich per Binnenschiff und fünfmal wöchentlich mit der Ganzzugverbindung Albatros express zwischen Riesa und Hamburg/Bremerhaven im Nachtsprung transportiert.
Eine Steigerung von 13 Prozent konnte der Hafenverbund der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe beim Güterverkehr per Eisenbahn verzeichnen. Mit insgesamt 911.600 Tonnen transportierter Waren auf dem Schienenweg wurde auch in diesem Segment ein Rekordergebnis erreicht. Besonders kräftig zulegen konnten Dresden (plus 49 Prozent) und die beiden tschechischen Häfen Děčín (plus 32,6 Prozent) und Lovosice (plus 31,9 Prozent). Per Eisenbahn wurden vor allem Container, Schrott, Düngemittel, Getreide und Sojaschrot transportiert.
Seit Anfang Mai 2019 hatten die Oberelbe-Häfen mit den sehr niedrigen Wasserständen der Elbe zu kämpfen, die zu einer fünfmonatigen Einstellung der Binnenschifffahrt führten. Nach einer kurzen Erholung im Oktober 2019 sanken die Wasserstände erneut auf sehr niedriges Niveau, so dass die Binnenschifffahrt bis Ende Januar 2020 wiederum zum Erliegen kam. Insgesamt sank der Güterumschlag per Binnenschiff in den Oberelbe-Häfen um 15 Prozent auf 129.000 Tonnen. Zu den per Binnenschiff transportierten Gütern gehörten Container, Getreide, Sojaschrot, Düngemittel, Schrott und Projektladungen.
Der Hafen Dresden, der sich neben Lovosice auf den Umschlag von Projektladungen spezialisiert hat, ist in diesem Segment besonders stark vom monatelangen Elbe-Niedrigwasser getroffen worden. Insgesamt wurden dort rund 5000 Tonnen Projektladung umgeschlagen (minus 9 Prozent). Niedrigwasserbedingt konnten davon nur circa 2400 Tonnen per Binnenschiff transportiert werden.
In Lovosice wurde 2019 mit der Inbetriebnahme einer neuen Lagerhalle für landwirtschaftliche Güter ein Grundstein für die weitere Entwicklung der tschechischen Häfen gelegt. bek
