Rotterdam holt Danzig ins Boot

Der Hafen Rotterdam baut sein internationales Kooperationsnetzwerk weiter aus. Auf der Fachmesse „transport logistic“ in München teilte Allard Castelein, CEO des Hafenbetriebs Rotterdam, dem THB am Mittwoch mit, dass jetzt gleich zwei wichtige Schritte im Rahmen einer Kooperationsstrategie gemacht wurden.

So will der größte europäische Seehafen künftig mit dem polnischen Ostseehafen Danzig zusammenarbeiten, ein Hafen, der auf der diesjährigen „tl“ besonders offensiv Flagge zeigt. Ab sofort wird Danzig auch in das vom Hafen Rotterdam entwickelte Navigate-System mit einbezogen. „Es ist für uns nach Sohar der zweite Hafen, mit dem wir so zusammenarbeiten“, so Castelein weiter. Mit Navigate ist es möglich, dass sowohl Im- als auch Exporteure die aus ihrer Sicht vorteilhafteste Verlademöglichkeit für Container ermitteln können. Zudem trage diese Applikation dazu bei, die gesamte Logistik noch zuverlässiger und damit auch wettbewerbsfähiger zu machen, sagte Castelein. Es sei das Bestreben des Rotterdamer Hafens, den Navigate-Teilnehmerkreis mittel- und langfristig zu erweitern.

Das Navigate-System wurde durch den Hafenbetrieb Rotterdam im Jahr 2017 eingeführt. Die Anwendung ermöglicht es, eine schnelle und sehr umfassende Übersicht über das Verladenetzwerk für den Übersee- und auch für den Kurzstreckenseeverkehr zu geben. Es geht um insgesamt rund 550 Verbindungen. Navigate verschafft den Nutzern zudem einen Überblick über die verschiedenen Vor- und Nachlaufmöglichkeiten per Bahn und Binnenschiff. Zusätzlich können weitere Dienstleistungen wie Leercontainer-Depotbetreiber schnell aufgezeigt werden.

Der zweite Kooperationsschritt des Hafenbetriebs Rotterdam bezieht die Hafengruppe Deltaport am Niederrhein ein. Dahinter stehen die Häfen Wesel, Voerde-Emmelsum, Emmerich und Rheinberg-Orsoy. Die im Rahmen der Absichtserklärung hinterlegte Kooperation zielt auf drei Bereiche: Kühllogistik, nachhaltige Logistik und Digitalisierung. Die beiden neuen Partner versprechen sich mit diesem Schritt „einen erheblichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung logistischer Ketten“ und damit zur Entlastung der Umwelt.

Castelein berichtete weiter, dass der von ihm geführte Hafen auch in diesem Jahr auf einem hohen Niveau investieren werde. Castelein wörtlich: „Wir werden im laufenden Jahr rund 350 Millionen Euro in den weiteren Ausbau des Hafens investieren. 2018 waren das gut 300 Millionen Euro.“

Über weitere Pläne des Hafens wird der THB in einer seiner nächsten Ausgaben berichten. EHA

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