Schiffsausrüster für Cruise-Reeder essenziell

Kommen und Gehen am Cruise-Kai: In den Häfen – hier Rostock-Warnemünde – erfolgt die genau getaktete Nachversorgung der Kreuzfahrtschiffe, Foto: Arndt

Eine Hand für die Geldbörse, eine Hand für das DGzRS-Sammelschiff: Verbands-Chef Jens Pfeiffer, Hermann J. Klein und Verbands-Geschäftsführer Thorsten Harms (v.l.) beim „Versorgen“ mit klingender Münze und knisterndem Papier, Foto: Arndt
Die im Verband Deutscher Schiffsausrüster e. V. zusammengeschlossenen Unternehmen sehen in der wachsenden Kreuzschifffahrt ein weiter an Bedeutung gewinnendes Geschäftsfeld.
Diese Erwartung formulierte Jens Pfeiffer, Vorsitzender der 1947 in Hamburg gegründeten Branchenorganisation, in seinem Rechenschaftsbericht im Zuge der jüngsten Mitgliederversammlung des Verbands in der Elb-Hansestadt. Er ging im weiteren Verlauf seines Berichts zudem ausführlich auf die zuvor verbandsintern durchgeführte Umfrage zur allgemeinen Marktlage ein. Pfeiffer sagte unter anderem, dass der Bereich „Allgemeine Schiffsausrüstung“ im Jahr 2018 unter den Mitgliedern vor allem wegen des weiter bestehenden „Wettbewerbsdrucks und der Konsolidierung auf Reedereiseite“ als weiterhin „sehr herausfordernd empfunden wurde“. Im Bereich der sogenannten technischen Schiffsausrüstung sei der Verkauf neuer Anlagen eher zurückgegangen. Hingegen werde das After-Sales-Geschäft durch die Firmen weiter forciert. Zum Segment Kreuzfahrten stellte er unter anderem fest: „Hier wird weiter stärkeres Wachstum erwartet.“ Allerdings sei das Cruise-Geschäft kein Selbstläufer. Pfeiffer dazu: „Eine konsequente Kalkulation ist aufgrund der Erwartungen der Kunden und des intensiven Wettbewerbs erforderlich.“ Von den Auftraggebern werde zudem seitens der Schiffsausrüster verstärkt „ein besonderer Service“ erwartet.
Zu den besonderen Herausforderungen der Branche zählte der Verbands-Chef unter anderem „die immer komplexer werdenden administrativen Auflagen für herstellende Unternehmen“. Auch beklagten die Firmen, dass die Umsetzung von nationalen und EU-Vorschriften mit einem immer höheren Aufwand einhergehe.
Pfeiffer sagte weiter, er sei fest davon überzeugt, dass trotz eines ausgeprägten Kostenbewusstseins bei den Auftraggebern die Schiffsausrüsterbranche als wichtiger Systempartner für die Reedereien angesehen werde. Denn die erfahrenen Schiffsausrüster seien ein wichtiger Garant dafür, dass es zu keinen Brüchen in den zum Teil sehr komplexen Lieferketten komme. Trotz einer weiter voranschreitenden Digitalisierung und Konsolidierung seien „verlässliche Lieferanten, die den gewissen Extraservice bieten können, in einem von Zeit- und Preisdruck sowie Flexibilität geprägtem Geschäft wie der Schifffahrt ein bedeutender Erfolgsfaktor“, stellte Pfeiffer fest.
Neuwahlen waren auf der diesjährigen Mitgliederversammlung nicht erforderlich. Der 2017 gewählte Vorstand bleibt noch bis 2020 im Amt. Ihm gehören neben Jens Pfeiffer als Vorsitzendem Wolfgang Sump als Stellvertreter, Mathias Overhaus als Schatzmeister und weitere Mitglieder aus Bremen, Hamburg, Kiel und Rostock an. Der Verband zählte zum Jahresende 129 Mitglieder. Sie sind im „Deutschen Schiffsausrüster-Register 2018/2019“ auf einen Blick zusammengefasst.
Gastsprecher auf der Veranstaltung war in diesem Jahr Dr. Hermann J. Klein, Geschäftsführer der Carnival Maritime GmbH. Über seinen Vortrag, der sich mit der Lage der Cruise-Industrie beschäftigte, wird der THB gesondert berichten.
Auch die diesjährige Mitgliederversammlung schloss mit einem bewährten Brauch: Einer Vor-Ort-Spendensammmlung zugunsten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Pfeiffer zum THB: „Das ist für uns so etwas wie eine Herzensangelegenheit. Denn auch die DGzRS ist Partner der Schifffahrt.“ EHA
