„Seh“-Fahrten helfen Seemann

Einzigartig und erfolgreich: die Flussschifferkirche in Hamburg, die ihren Dauerliegeplatz im Zollkanal hat , Foto: Arndt

Ein warmer Geldsegen ist immer willkommen, auch und gerade dann, wenn damit die wertvolle Arbeit der Seemannsmissionen unterstützt wird.
So geschehen jetzt an Bord der Flussschifferkirche in Hamburg, Deutschlands einzigem Gotteshaus auf Schiffsplanken. Felix Tolle und Susanne Hergoss, beide in der Geschäftsführung des Seemannsheims am Krayenkamp, nahmen jetzt eine Spende in Höhe von 1655 Euro entgegen. Überbringer der guten Gabe war Manfred Jahnke vom Verein zur Förderung und Erhaltung der evangelisch-lutherischen Flussschifferkirche zu Hamburg e.V.
Das Geld wiederum ist das Ergebnis von Sammlungen auf Initiative des Hamburger Assecuranzbureaus Wolfes & von Etzdorf bei Hafenrundfahrten: Nach einem solchen Port-Turn, der einmal im Monat für Kunden, Partner und Geschäftsfreunde stattfindet, geben die danach bestens über das aktuelle Hafengeschehen informierten „Seh“-Leute gern die eine oder andere klingende Münze, stets auch raschelndes Geldnotenpapier als kleines Dankeschön für die erhaltenen fundierten Informationen, die lockere Stimmung an Bord und vieles mehr.
Es hat sich inzwischen so etwas wie eine gewisse positive Routine eingespielt, dass sich das eingangs genannte Versicherungsunternehmen nach Ablauf eines Jahres in der maritimen Familie umhört, um zu erfahren, wo denn die Zuwendungen in klingender Münze den größten Nutzen stiften könnten. In diesem Jahr war sehr schnell klar: Das Geld kommt zu einem nennenswerten Anteil der Unterstützung der Familie eines philippinischen Seemannes zugute, der als Folge eines schweren Bordunfalls, trotz aller Künste der Medizin, im Zuge der Rettung in ein Wachkoma fiel.
Die Reederei des Seemannes ermöglichte daraufhin der betroffenen Ehefrau den Aufenthalt in der Nähe ihres Mannes für drei Monate, so dass sie ihn damit täglich am Krankenbett besuchen kann. Das zeigte Wirkung, wie die Ärzte bestätigten. Denn der Patient reagierte wahrnehmbar auf die Nähe und auch Ansprache seiner Frau. So rieten die Ärzte dazu, dass sie ihrem Mann weiter therapeutisch zur Seite stehen möge. „Daher haben wir entschieden, dass die Frau des Seemanns in unserem Hause Kost und Logis finden kann. Die Spende nutzen wir für die Finanzierung des Lebensunterhaltes der Frau während ihres Aufenthaltes hier in Hamburg“, erzählt Susanne Hergoss.
Darüber hinaus hilft der aktuelle Geldbetrag auch dabei: Es kann nämlich eine neue Tischtennisplatte für das Haus am Krayenkamp erworben werden. Bei den Seeleuten steht dieser Sport bekanntlich besonders hoch im Kurs, übrigens neben Billard.
Das Seemannsheim Krayenkamp, getragen von der Deutschen Seemannsmission Hamburg e.V., besteht seit 1959. Es verfügt über 83 Zimmer. Aktuell zählt das Haus 40 Dauerbewohner, die zum Teil bereits seit Jahren in der Einrichtung leben. 2018 zählte man im Seemannsheim insgesamt 24.339 Übernachtungen, teilte Felix Tolle dem THB auf Anfrage mit. EHA
