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Dass heutige Schiffe Hightech-Produkte sind und der Schiffbau und die maritime Wirtschaft einen wesentlichen Teil der gesamtdeutschen Wirtschaft bilden, hat sich leider noch nicht im gesamten Bundesgebiet herumgesprochen.

Das sagte Willi Wittig, dienstältester Vizepräsident des Verbands Deutscher Kapitäne und Schiffsoffiziere (VDKS), am Donnerstagabend in seiner Rede anlässlich des diesjährigen Michaelis-Mahls im Old Commercial Room am Hamburger Michel, an dem 40 Vertreter aus Schifffahrt, Wirtschaft und Politik teilgenommen haben. Wittig freute sich – insbesondere auch mit Blick auf das zurückliegende Jahr, das die Weltschifffahrtsorganisation IMO unter das Motto „Empowering Women“ gestellt hatte – eine große Anzahl weiblicher Akteure aus der deutschen maritimen Industrie willkommen heißen zu dürfen.

Bei der Traditionsveranstaltung des vor 125 Jahren gegründeten Verbandes wurden neben der Debatte um den deutschen Marineschiffbau als nationale Schlüsseltechnologie weitere aktuelle Themen angesprochen, die die Arbeit des VDKS auch in den nächsten Jahren prägen. Dazu zähle die fortschreitende Digitalisierung und Bedrohung durch Cyberkriminalität, vor allem aber auch die Seenotrettung und die zunehmende Kriminalisierung von Kapitänen. „Für uns ist es unerträglich, dass Schiffsführungen durch die fehlende Handlungsbereitschaft oder Handlungsfähigkeit der Europäischen Union in einen Konflikt zwischen Moralität und Legalität gedrängt werden“, so Wittig.

Stellvertretend für alle, die sich für eine Beschäftigung an Bord von Seeschiffen interessieren, bat der VDKS-Vize die Gäste des Michaelis-Mahls darum, sich weiter für eine qualitativ hochwertige, den Anforderungen des betrieblichen Alltags entsprechende Ausbildung einzusetzen. „Eine hinreichende Anzahl von in Deutschland ausgebildeten Seeleuten ist die Basis, auf der Reedereien in Deutschland existieren können“, betonte Wittig. bek

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