Südkorea denkt an „Sewol“-Drama

Noch Ende März befand sich das hochmoderne Fahrgastschiff „Viking Sigyn“ der in Basel beheimateten Reederei Viking Cruises an der Ausrüstungspier der Neptun-Werft in Rostock.

Nur wenige Monate später gerät das Schiff weltweit in die Schlagzeilen. Denn der Luxus-Flusskreuzer kollidierte Mitte vergangener Woche auf der Donau, im Herzen der ungarischen Hauptstadt Budapest, während der Abendstunden mit einem deutlich kleineren Ausflugsschiff, das den Namen „Hableany“ („Nixe“) führt. Durch die Kollision sank das mit über 30 Touristen aus Südkorea besetzte Ausflugsboot binnen kürzester Zeit. Es deutet bei THB-Redaktionsschluss darauf hin, dass mit einer sehr hohen Anzahl von Opfern zu rechnen ist. Auf der „Viking Sigyn“ wurde hingegen keiner der Fahrgäste verletzt.

Während die ungarischen Sicherheitskräfte und verschiedene Behörden mit Hochdruck an der Suche der zahlreichen Vermissten sowie der Ermittlung der Havarieursache arbeiten, versetzte die Nachricht von einer möglichen hohen Anzahl von Opfern Südkorea in eine Schockstarre. Denn das schwere Unglück rief sofort das Geschehen und die Bilder der Fähre „Sewol“ vom 16. April 2014 in Erinnerung. Damals überlebten nur 174 der insgesamt 476 Menschen an Bord der Fähre. Bis heute wurde nicht alle Opfer gefunden.

Auch der südkoreanische Reiseveranstalter Very Good Tour, der das Programm für die Reisegruppe in Budapest zusammengestellt hatte, muss sich kritischen Fragen stellen. „Zusammen mit den Rettungsbemühungen muss das Krisenteam der Regierung herausfinden, warum die Reiseagentur die Fahrt trotz schlechten Wetters mit starkem Regen und kräftigen Windböen durchgezogen hat“, schrieb etwa die Zeitung „JoongAng Ilbo“. EHA/dpa

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