Systemrelevanz bestätigt

Demonstrationsobjekt für die Arbeitsweise eines Terminals beim Kanzlerinbesuch: die „MOL Experience“, Foto: Arndt

Dr. Peter Tschentscher, Foto: Arndt
Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) begrüßt das aktuelle Bekenntnis von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) zur herausragenden Bedeutung der nationalen maritimen Wirtschaft für die rohstoffarme Industrienation Bundesrepublik Deutschland.
Das teilte der Verband im Anschluss an den Besuch der Regierungschefin am Montag in der Elb-Hansestadt mit. Merkel hatte sich dabei im Rahmen eines gut zweistündigen Besuches auf dem Container Terminal Altenwerder (CTA) der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) über die Funktionsweise eines modernen Großterminals sowie die Möglichkeiten des größten deutschen Universalhafens informiert. Als Gesprächspartner standen der Kanzlerin neben HHLA-Vorstandschefin Angela Titzrath auch Hamburgers Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher (SPD) zur Seite.
Für den ZDS sind die Aussagen der CDU-Spitzenpolitikerin vor allem vor dem Hintergrund der Ende Mai in Friedrichshafen stattfindenden 11. Nationalen Maritimen Konferenz (NMK) von besonderer politischer Bedeutung. Die diesjährige NMK steht unter dem Motto „Deutschland maritim – global – smart – green“. Sie führe auch dieses Mal wieder „alle Bereiche der maritimen Wirtschaft zusammen, um im Beisein der Kanzlerin aktuelle Fragen und Entwicklungen zu erörtern“, so der ZDS weiter.
Für den ZDS werde es auf einer erstmals im Binnenland stattfindenden NMK darum gehen, „die Leistungskraft und Investitionsbereitschaft der Seehäfen sowie deren Systemrelevanz in den Vordergrund zu rücken“. Und weiter betont der Verband: „Deutsche Seehafenbetriebe sind technologisch marktführend, und annähernd jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt von Exporten ab.“
Die Unternehmen der Hafenwirtschaft an den insgesamt 22 Seehafenstandorten an Nordsee und Ostsee wickelten etwa zwei Drittel des seewärtigen deutschen Außenhandels ab. Allein 2018 investierten die Seehafenbetriebe mehrere Hundert Millionen Euro in den Aus- und Neubau oder Ersatz von Hafen- und Verkehrslogistik. Zudem nähmen Investitionen in Nachhaltigkeitsprojekte, Zukäufe im In- und Ausland und neue digitale Angebote zu.
Der ZDS wird nach eigener Darstellung auf der bevorstehenden Konferenz auch jene Anliegen thematisieren, „mit denen der Hafenstandort weiter gestärkt werden kann“. Dazu zählen unter anderem „die Optimierung des Erhebungsverfahrens zur Einfuhrumsatzsteuer, die Überarbeitung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die langfristige Verstetigung des Investitionshochlaufs bei der Verkehrsinfrastruktur oder auch die Forschungsförderung“.
Hamburgs Bürgermeister Tschentscher betonte im Gespräch mit Journalisten nach dem Kanzlerinbesuch, dass man mit der Bundesregierung auch ein für die Hansestadt so zentrales Vorhaben wie eine neue Köhlbrandquerung besprechen werde. Das Vorhaben sei ja „in Berlin bekannt“. Es ist ein Projekt, das unterm Strich für ganz Deutschland von herausragender Bedeutung sei, so Tschentscher weiter. EHA
