Tarifpartner auf gleicher Wellenlänge

Vor dem Hintergrund der anstehenden Transformation in der Metall- und Elektroindustrie suchen Arbeitgeber und Gewerkschaften den Schulterschluss.

Im wahrsten Sinne des Wortes ungewöhnlich ruhig verlaufen daher die Tarifgespräche in der norddeutschen Metallindustrie – bislang ohne die sonst üblichen Trillerpfeifen, roten Flaggen oder Streiks. „In schwierigen Zeiten wollen wir Arbeitsplätze sicherer und Betriebe beweglicher machen und den dazu notwendigen Wandel nicht blockieren, sondern aktiv gestalten“, kündigte die Verhandlungsführerin der Arbeitgeber, Lena Ströbele, an. Erste Unternehmen befänden sich bereits mitten in einem Anpassungsprozess mit festen Vorgaben bis hin zum Personalabbau, andere Betriebe näherten sich diesen Entwicklungen an.

Rund drei Stunden lang tauschten sich kürzlich die Verhandlungsführer der IG Metall Küste und des Arbeitgeberverbandes Nordmetall „in konstruktiver und vertrauensvoller Atmosphäre über den weiteren Fahrplan“ aus. Das berichten übereinstimmend beide Verhandlungspartner. Mitte März soll die nächste Runde starten.

„Wir wollen gemeinsam mit den Arbeitgebern nach Wegen für einen fairen Wandel suchten“, teilte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, dazu mit. „Wir haben deutlich gemacht, dass wir möglichst schnell zu belastbaren Resultaten kommen wollen.“

Mit den Gesprächen waren die Arbeitgeber auf ein Angebot der IG Metall eingegangen, abseits der üblichen Tarifrituale noch vor dem Ende der Friedenspflicht gemeinsam einen Zukunftspakt auszuloten.

Parallel zu den laufenden Gesprächen des Küstenbezirks beginnen am heutigen Montag die ebenfalls vorgezogenen separaten Tarifgespräche in der niedersächsischen Metall- und Elektroindustrie. Auch hier ist der Zeitdruck hoch, weil die schwierige Konjunkturlage etwa im Maschinenbau vielen Firmen zusetzt.

Erst Ende Januar hatten sich Nordmetall und IG Metall über einheitliche Zuschläge für die Nachtarbeit verständigt. Die Beschäftigten in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und dem nordwestlichen Niedersachsen erhalten ab dem 1. April dieses Jahres für Arbeitszeiten zwischen 20.00 und 24.00 Uhr sowie zwischen 4.00 und 6.00 Uhr einen einheitlichen Zuschlag von 25 Prozent. Für die Stunden zwischen Mitternacht und 4.00 Uhr liegt er bei 35 Prozent. Alternativ können Zuschläge auch über Zeitkonten „ausgezahlt“ werden. bo

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