THB-Umfrage: Schifffahrt setzt 2016 auf Kooperationen
Kooperationen mit Befrachtern stehen 2016 ganz oben auf der Prioritätenliste.
Das ist das Ergebnis einer Umfrage von THB und Shippress.de unter Akteuren der maritimen Branche in Deutschland. Fast genauso wichtig sind demnach Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Dieser Punkt rangierte vor einem Jahr noch auf Platz 1, als ausschließlich Reedereien zu den Aussichten für die kommenden zwölf Monate befragt wurden. Sanierungskonzepte für Schiffsfonds, die vor einem Jahr ebenfalls weit oben angesiedelt waren, sind auf der Liste in die untere Hälfte abgerutscht. Das dürfte zwei wesentliche Gründe haben. Zum einen ist insbesondere für Containerschiffe und Bulker mangels Perspektiven kein frisches Kapital mehr zu erwarten. Zum anderen spielen die Kreditgeber immer weniger mit, wie der jüngste Paketverkauf von 32 Frachtern aus dem Finanzierungsportfolio der Bremer Landesbank zeigt (THB 18. Dezember 2015).
Dafür rücken Bestellungen neuer Schiffe laut Umfrage wieder stärker ins Blickfeld. Dieser Punkt steht auf einer Stufe mit geplanten Kostensenkungen und Kooperationen zwischen Reedereien. Sowohl Ausflaggungen als auch Rückflaggungen haben keine Relevanz, bekunden die befragten Marktteilnehmer.
Die Einstufung der einzelnen Schiffssegmente hat sich gegenüber dem Vorjahr eingetrübt. Am besten schneiden große Containerfrachter und Tanker ab. Schlecht sieht es dagegen für Bulker und Offshore-Schiffe aus, deren Chancen die Marktteilnehmer mit „mangelhaft“ bewerten. Und obwohl das Jahr 2015 für die Handelsschifffahrt viele Unwägbarkeiten mit sich brachte, schätzen die Befragten ihre Aussichten für 2016 mehrheitlich schlechter ein als ihre Geschäftsentwicklung 2015. Das war vor zwölf Monaten anders, als bei vielen noch Hoffnung auf eine spürbare Verbesserung der Lage bestand. Immerhin sehen die Akteure branchenweit einen leichten Anstieg, wenngleich auf niedrigem Niveau.
Die aktuelle Frage der Woche im THB bestätigt das Bild der Umfrage. Wird sich die internationale Schifffahrt im Jahr 2016 besser entwickeln als im Jahr 2015, lautete die Frage. Nur 25,8 Prozent sind davon überzeugt, dass es besser wird. Dass dem nicht so sein wird, meinen dagegen 34,9 Prozent. Die restlichen 39,3 Prozent wollen sich nicht festlegen, in welche Richtung sich die Schifffahrt in diesem Jahr entwickelt. fab
