Traditionsschiffer können durchatmen

Die geplante Verschärfung der Schiffssicherheitsverordnung für die Traditionsfahrzeuge wird erneut verschoben.

Darauf verständigten sich am Montag der amtierende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU) sowie die verschiedenen Fachorganisationen der deutschen Traditionsschifffahrt. Statt des 1. Januar 2018 ist nunmehr vom 1. April kommenden Jahres die Rede. Der Entscheidung ging unter anderem eine direkte Intervention des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU). Er hatte davor gewarnt, die in der vergangenen Woche durch Interims-Verkehrsminister Schmidt bereits kurzfristig unterzeichnete neue Schiffssicherheitsverordnung (SchSV) unbedingt „durchpeitschen“ zu wollen.

Am Montag kam es in Berlin zu einem seit Längerem geplanten Treffen mit Vertretern der Fachverbände sowie des Bundesverkehrsministeriums. Angesichts der Mitte vergangener Woche bereits kurzfristig vollzogenen Unterschrift, hagelte es seitens der Verbände scharfe Kritik. Zudem machte sich große Enttäuschung breit, weil ausgerechnet ein geschäftsführender Ressortchef, der sich in der Vergangenheit nur mit dem Themenkomplex Landwirtschaft befasst hatte, mit seiner Unterschrift das Inkrafttreten der umstrittenen Richtlinie formal besiegelte.

So hatte beispielsweise Janina Hartwig, Sprecherin des Traditionsseglers „Lovis“ vor dem jüngsten Zusammentreffen noch einmal betont, dass „der aktuelle Entwurf so schlecht gemacht, lückenhaft, nicht auf ehrenamtliche Betreiber zugeschnitten ist, dass wir eine Neuentwicklung brauchen, an der wir endlich auch mitwirken können“.

Die beiden Dachverbände GSHW und ADM forderten vor dem Treffen ein weiteres Mal „eine praxistaugliche Regelung“, die „den weiteren Betrieb von Traditionsschiffen unter deutscher Flagge ermöglicht. Denn der uns vorliegende Entwurf der Schiffssicherheitsverordnung (SchSV) gefährdet massiv den Fortbestand der Schiffe, die zumeist ehrenamtlich betrieben werden“, so GSHW-Vorsitzender Jan-Matthias Westermann.

Mit der jetzt getroffenen Vereinbarung entspannt sich die Lage. „Der Minister und auch wir streben eine Verordnung an, mit der es den Betreibern auch in Zukunft möglich sein soll, Traditionsschifffahrt unter deutscher Flagge zu betreiben“, erklärte Westermann nach dem Spitzentreffen. In einer Arbeitskreissitzung sei bereits vereinbart worden, alle Ausnahmen von den in der Verordnung vorgesehenen baulichen Vorschriften schiffsbezogen festzuhalten und für die Lebensdauer des jeweiligen Schiffes festzuschreiben. Weitere Gespräche sind jetzt für 28. November und den 15. Dezember geplant. EHA/dpa

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