Umschwung im Treibstoffmarkt

Die von der International Maritime Organization (IMO) für den 1. Januar 2020 terminierte Herabsetzung der Schwefelobergrenze für Schiffstreibstoffe wird die Nachfrage im Bunkermarkt entscheidend verändern. Davon geht die International Energy Agency (IEA) in ihrer jetzt vorgelegten Fünfjahresprognose aus.

Der Bedarf an herkömmlichem Schweröl (HSFO) – seit Jahrzehnten als meistgenutzter Treibstoff in der Schifffahrt etabliert – wird sich der Einschätzung zufolge binnen eines Jahres mehr als halbieren: von 3,5 Millionen Barrel pro Tag in 2019 auf 1,4 Millionen Barrel pro Tag im nächsten Jahr. Zugleich geht die IEA davon aus, dass bis Ende 2020 rund 4000 Abgasreinigungsanlagen auf Schiffen installiert sein werden. Für die strengeren Emissionsstandards der IMO würde das jedoch nicht reichen. Den Daten zufolge würde lediglich knapp die Hälfte des eingesetzten HSFO nachbehandelt werden.

Indes sei davon auszugehen, dass Reedereien zunächst vermehrt auf Marinediesel (MGO) setzen werden – und weniger auf kostengünstigeres schwefelarmes Heizöl (VLSFO). Demnach würde die Nachfrage nach MGO in 2020 auf knapp 2 Millionen Barrel pro Tag steigen – ausgehend von 0,89 Milliarden Barrel pro Tag im laufenden Jahr. VLSFO werde sich aufgrund von Bedenken in Hinblick auf die Verfügbarkeit nur schrittweise im Markt etablieren. 2020 sei mit einem Bedarf von einer Million Barrel pro Tag zu rechnen. Alternative Treibstoffe wie LNG spielen in der IEA-Prognose derweil keine Rolle. ger

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