USA erwägen Zölle auf Autos

Die deutsche Wirtschaft protestiert gegen mögliche höhere Handelsbarrieren der USA für die Einfuhr von Autos.

„Aspekte der nationalen Sicherheit als Begründung anzuführen, ist konstruiert und an den Haaren herbeigezogen“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, am Donnerstag. „Wir müssen das schon fast als Provokation werten.“ Investitionen und Jobs, die deutsche Hersteller in den USA schaffen, würden in Washington vollkommen außer Acht gelassen. Sollten sie wirklich kommen, bedeutete dies Mehrbelastungen in Milliardenhöhe, so Schweitzer. Betroffen wären auch Standorte wie Zeebrügge, Bremerhaven und Emden, die drei größten Automobil-Umschlaghäfen in Europa.

Hintergrund: Die US-Regierung prüft, Einfuhrzölle auf Autos zu verhängen. Das Handelsministerium in Washington leitete im Auftrag von Präsident Donald Trump eine entsprechende Untersuchung zur Frage ein, ob Importe von Fahrzeugen Belange der nationalen Sicherheit der USA berühren. Denselben Winkelzug hatte Trump bei den Strafzöllen für Stahl und Aluminium angewandt. Hohe Zölle für Autos und Autoteile würden besonders Deutschland und Japan treffen. Nach einem Bericht des „Wall Street Journals“ zieht Washington neue Einfuhrzölle von bis zu 25 Prozent auf Autos in Erwägung.

Wegen des schwächeren Außenhandels hat die exportorientierte deutsche Wirtschaft zum Jahresbeginn an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal 2018 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal und damit nur noch halb so stark wie Ende 2017, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Die Importe und Exporte waren im Vergleich zum Vorquartal rückläufig. Der starke Euro belastete nach Einschätzung von Ökonomen die Geschäfte der deutschen Exportwirtschaft. fab/dpa

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