Vergeltungszölle treffen US-Produkte

Gilt als siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt: der indische Subkontinent, Foto: Unsplash, Arihant Daga
Die von den USA zunächst einseitig auf verschiedene Produkte und gegen unterschiedliche Staaten verhängten Einfuhrzölle werden jetzt durch die betroffenen Länder erwidert.
So haben jetzt nicht nur die EU und China verfügt, bestimmte Erzeugnisse aus den Vereinigten Staaten mit Strafzöllen zu belegen, sondern auch Indien, das Land mit der zweitgrößten Bevölkerung auf der Welt. Das indische Finanzministerium verkündete jetzt erhöhte Abgaben auf insgesamt 29 Produkte, darunter viele landwirtschaftliche Erzeugnisse, aber auch auf bestimmte Eisen- und Stahlerzeugnisse. Die Maßnahme betreffe größtenteils aus den USA importierte Produkte, erklärte auf Anfrage ein Sprecher des Handelsministeriums in Neu Delhi. Die meisten neuen Zölle sollen am 4. August in Kraft treten. Medienberichten zufolge haben die Zusatzzölle einen jährlichen Gesamtwert von rund 240 Millionen US-Dollar, umgerechnet etwa 207 Millionen Euro. Dieses Volumen entspricht ungefähr den seitens der USA erhobenen Sonderabgaben auf Stahl- und Aluminiumprodukte. Die USA sind nach China der zweitgrößte Handelspartner Indiens. Der Subkontinent beherbergt zugleich die siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt.
Die EU-Zusatzzölle sollen nun in einem ersten Schritt auf jährliche Importe aus den USA im Gegenwert von rund 2,8 Milliarden erhoben werden.
EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström stellte klar: „Wir wollten nicht in diese Lage kommen.“ Doch wegen der einseitigen Entscheidung der USA bleibe der EU keine andere Wahl. Wenn die USA ihre Zölle zurücknähmen, fielen auch die EU-Maßnahmen weg, betonte Malmström. Alle 28 EU-Staaten hatten den Plänen der EU-Kommission vor einer Woche zugestimmt. EHA/dpa
