DFDS-Fähre wird 30 Meter länger

31 Tage soll die „Primula Seaways“ auf der Werft bleiben, Foto: Eckardt
Ab dem 1. Juli können die Konstrukteure und Werker der Bremerhavener Lloyd Werft ihre Kompetenz bei Schiffsverlängerungen erneut unter Beweis stellen: Dann erwarten sie die RoRo-Fähre „Primula Seaways“ (IMO 9259513) der dänischen Reederei DFDS.
Die Aufgabe für die Werft: Verlängerung durch eine Mittschiffssektion von 30 Metern und Reparatur eines Schadens, den sich das Schiff im Dezember 2015 bei der Kollision mit dem Autotransporter „City of Rotterdam“ vor der englischen Ostküste zugezogen hat.Für den ersten Teil der Aufgabe müssen fast 200 Meter Schiffsrumpf in Höhe des überhängenden Brückenhauses durchtrennt werden. Zunächst vertikal und dann auf gut zehn Metern unter dem Brückenhaus horizontal. Mit dieser Methode will die Werft vermeiden, dass im Inneren des Schiffes Rampen an schwierigen Stellen durchtrennt werden müssen.
Die 30 Meter lange Erweiterungssektion wiegt 1300 Tonnen und wird derzeit bei Rönner-Stahlbau in Bremerhaven hergestellt. Im Kaiserhafen soll sie später vor das Achterschiff bugsiert und alle Teile mit Hydraulikzugpressen millimetergenau verbunden werden. Zwölf Tage hat die Werft, um das Schiff auseinanderzuschneiden. 19 weitere Tage sind für das Zusammenfügen und Reparaturen vorgesehen. Denn gleichzeitig werden an Bord auch Tanks an die neuen Marpol-Regeln angeglichen und der besagte Kollisionsschaden behoben. Die „Primula Seaways“ wird anschließend 229,80 Meter lang sein und über eine Aufstellfläche von 4650 Metern für 307 Trailer verfügen. Das bedeutet für DFDS eine Vergrößerung der Ladungskapazität um 25 Prozent.
Lloyd-Werft-Vorstand Dirk Petersjohann feiert dank des Auftrags der dänischen Reederei ein besonderes Wiedersehen. Denn er war 2002 als Mitarbeiter der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft an der Konstruktion der „Primula Seaways“ beteiligt. Und für die Lloyd Werft ist die bevorstehende Verlängerung von großer Bedeutung, da mit DFDS bereits eine Option für die Verlängerung von zwei weiteren Fähren vereinbart wurde. bre
