Interesse für deutsches Wind-Know-how

Die Offshore-Industrie ist eines der zentralen Themen auf der heute endenden Husum Wind, Foto: Liguori-Offshore
Die in dieser Woche laufende Messe Husum Wind hat auch ausländische Wirtschaftsvertreter nach Flensburg gelockt.
Erstmals besuchte jetzt eine norwegische Delegation aus der Region Stavanger die Grenzstadt. „Wir sind hier, um zu lernen“, sagte Birger Haraldseid von der Wirtschaftsförderung der Region Rogaland in Westnorwegen. Es sei der erste Besuch dieser Art, sagte Flensburgs Oberbürgermeister Simon Faber (SSW). Deutschland werde zunehmend für Nachbarländer interessant. Die Wind industrie und verwandte Branchen, die für die Norweger besonders attraktiv sind, seien auch in Flensburg stark vertreten. Die Besucher hätten bereits Investitionsinter esse gezeigt. Die Norweger besuchten in dieser Woche auch die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft. Auch die deutsche Seite will profitieren. Große Projekte zu bewältigen, sei in Skandinavien oft leichter, sagte Faber. „Da können wir lernen.“
Die heute endende Husum Wind hat ihren Schwerpunkt in diesem Jahr auf den Kern- und Referenzmarkt Deutschland und die europäischen Nachbarländer gelegt. Auch Cuxhaven ist mit einem 45 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand zur Offshore-Basis präsent. Die Agentur für Wirtschaftsförderung Cuxhaven stellt zusammen mit den Unternehmen Cuxport, Otto Wulf, Cuxhavener Hafen Entwicklungsgesellschaft und dem Sea-Airport Cuxhaven/Nordholz sowohl die Infrastruktur und Gewerbeflächen als auch das Logistik- und Dienstleistungsangebot vor. Dabei geht es nicht zuletzt um die Ansiedlung von Siemens am Standort Cuxhaven (THB 6. August 2015).
EnBW will die Sparte der erneuerbare Energien deutlich ausbauen. Ihr Anteil am Konzernergebnis soll von 200 Millionen Euro im Jahr 2012 auf 700 Millionen Euro im Jahr 2020 steigen. Dabei spiele die Offshore-Windkraft eine zentrale Rolle, teilte der Energiekonzern jetzt mit. EnBW betreibt seit 2011 den Windpark „Baltic 1“ rund 16 Kilometer vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst mit 21 Windanlagen. Am kommenden Montag soll der mit 80 Anlagen wesentlich größere und etwa 1,4 Milliarden Euro teure Windpark „Baltic 2“ rund 32 Kilometer nördlich von Rügen offiziell in Betrieb gehen. In der Nordsee laufen die Planungen für drei weitere Windparks. Dabei befinde sich das Projekt „Hohe See“ ebenfalls mit 80 Anlagen und einer Leistung von 500 Megawatt in der konkreten Vorbereitung. Die endgültige Bauentscheidung könne 2016 getroffen werden, der Baubeginn könne in den Jahren 2018/19 erfolgen, so das Unternehmen. Wie bei „Baltic 2“ gebe es Gespräche mit möglichen Ko-Investoren. Insgesamt seien derzeit 379 Offshore-Anlagen mit einer Leistung von etwa zwei Gigawatt (GW) genehmigt. fab
