Norweger lassen U-Boot vermessen

U-Boote gehören nicht zu den häufigsten Schiffstypen im Nord-Ostsee-Kanal. Nur ein bis zwei Mal im Monat passiert ein U-Boot die Schifffahrtsstraße.

Gestern schleuste in Kiel-Holtenau am Morgen das norwegische U-Boot „Uredd“ ein. Das Boot ist seit Freitag in deutschen Gewässern unterwegs. Zunächst machte es einen Zwischenstopp im Kieler Tipritzhafen. Gestern ging es dann durch den Nord-Ostsee-Kanal zur Messanlage der Bundeswehr in Lehmbek in den Schirnauer See bei Rendsburg. Dort wird das 59 Meter lange und 5,4 Meter breite U-Boot in den kommenden Tagen vermessen. Im Fokus steht dabei die magnetische Signatur der „Uredd“. In Lehmbek steht der modernste Erdmagnetfeldsimulator für die Vermessung von Marineschiffen der NATO.

Das Boot wurde am 3. Mai 1990 als zweite Einheit der „Ula“-Klasse in Dienst gestellt. Die Gefechtsinformations- und Feuerleitsysteme stammen ebenso wie Teile der Hülle aus Norwegen, das Angriffssonar aus Deutschland, das Sonarsystem aus Frankreich. Gefertigt wurden die Boote bei den Nordseewerken in Emden, weshalb sie als „deutsches Design“ gelten. Die Fahrzeuge gelten als sehr leise, hatten aber verschiedene Probleme mit der Maschinenanlage. Die „Uredd“ ist eines von sechs Unterseebooten der norwegischen Marine. Bewaffnet ist das Boot mit acht Torpedorohren. Der Antrieb besteht aus einem Elektromotor sowie zwei deutschen MTU-Dieselmotoren. Unter Wasser soll die „Uredd“ den Angaben der norwegischen Marine zufolge bis zu 23 Knoten schnell sein. Über Wasser erreicht das Boot elf Knoten.

Für das Anlegen in der Messstelle bekam die „Uredd“ Unterstützung durch die Kieler Schlepper „Kitzeberg“ und „Falckenstein“. Sie halfen dabei, dass frisch überholte U-Boot ohne Kratzer in die Messanlage der Wehrtechnischen Dienststelle 71 zu bugsieren. Die norwegische Marine plant den Ersatz dieser Boote. Dafür führt sie Gespräche mit den Werften TKMS in Kiel und DCN in Frankreich. FB/pk

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