Präzisionsarbeit für neuen Cruiser

Keine leichte Aufgabe für die beiden Schlepper im NOK, Foto: Behling
Die 4500 Tonnen schwere Maschinenraumsektion des Kreuzfahrtriesen „Norwegion Joy“, der im nächsten Jahr von der Meyer Werft abgeliefert werden soll, ist jetzt durch den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) gezogen worden.
Das 102 Meter lange und 41 Meter breite Bauteil ist fast zehn Meter breiter als normalerweise im NOK erlaubt. Die dortige Kanal-Höchstbreite für Schiffe liegt sonst bei 32,2 Meter. Für den Transport hat das Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau der Schlepperreederei aber eine Ausnahmegenehmigung erteilt.
Vor der Passage hatte die Reederei bei der Firma Nautitec in Leer eine Simulation durchführen lassen. Denn in den Schleusen hat die Sektion an beiden Seiten nur jeweils 30 Zentimeter Platz. Gezogen wurde das Bauteil von den niederländischen Schleppern „RT Innovation“ und „RT Pioneer“. Für den sicheren Transport waren auch mehrere Lotsen im Einsatz. Zudem stellte die Kieler Firma Sartori & Berger eine Besatzung für die Sektion.
Die 325 Meter lange „Norwegian Joy“ wurde bei der Meyer Werft im September 2015 auf Kiel gelegt. Seitdem hat die Werft bereits Sektionen des Achter- und Vorschiffes gebaut. Die Mittelsektion mit dem Maschinenraum ist die größte der rund 60 Sektionen. Sie kommt aus Rostock von der Neptun Werft. Nach dem Eintreffen in Papenburg wird sie im Dock 2 mit anderen Sektionen verschweißt. Mit einer Höhe von über 60 Metern passt der Cruiser dann nicht mehr durch den NOK, da die Wasserstraße aufgrund ihrer zehn Brücken nur eine Höhe von 40 Metern für die Passage erlaubt.
Die mit 163.000 BRZ vermessene „Norwegian Joy“ ist eines der größten in Deutschland gebauten Passagierschiffe. Sie soll ab Sommer 2017 für die US-Reederei Norwegian Cruise Line in China zum Einsatz kommen. bre/FB
