Zweiter Versorger in Dienst gestellt

Nur zwei Tage nach dem baugleichen Schwesterschiff „Esvagt Froude“ wurde gestern in Hamburg das Offshore-Service-Schiff „Esvagt Faraday“ getauft. Es soll in der Nordsee eingesetzt werden.

Beide Schiffe waren im Auftrag von Siemens und des dänischen Schiffseigentümers Esvagt auf der norwegischen Werft Havyard Ship Technology gebaut worden. Sie bieten Unterkunft für 40 Service-Techniker, die in Zwei-Wochen-Schichten zur Wartung und Reparatur von Windkraftanlagen eingesetzt werden können.

Bei der Taufzeremonie an der Elbe waren Vertreter von Siemens Energy und Esvagt (Esbjerg) sowie Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) und der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Uwe Beckmeyer, dabei. Im Anschluss hatten Interessierte die Möglichkeit, die neue „Esvagt Faraday“ im Rahmen eines Open Ship zu besichtigen. Bei der Taufzeremonie der „Esvagt Froude“ am Dienstag in Warnemünde hatten Journalisten die Möglichkeit zu einer Ausfahrt auf die Ostsee.

Die „Esvagt Faraday“ soll für Arbeiten an der Anlage „Butendiek“ des Eigentümers WPD Nordsee Offshore GmbH, Bremen, in der Nordsee zum Einsatz kommen. Das Schwesterschiff versorgt dagegen die Windparks „Baltic 1“ und „Baltic 2“ des Energiekonzerns EnBW in der Ostsee.

„Die Schiffe sind nicht nur eine Neuentwicklung, sie bieten auch ein nicht zu unterschätzendes Potenzial“, sagte Søren Nørgaard Thomsen, Managing Director von Esvagt, dem THB. „Es sind die ersten Versorger, die für einen wirklichen Offshore-Einsatz geplant wurden“, so Thomsen weiter. Mittlerweile würden Anlagen in einer Entfernung zur Küste gebaut, die einen tageweisen Pendelbetrieb von Crew Suppliern nicht mehr zuließen. Mit dem Schiffstyp sei eine kontinuierliche Versorgung vor Ort möglich.

Als immensen Sicherheitsfortschritt sieht Thomsen das niederländische Ampelmann-System an. Diese Dockingvorrichtung ermögliche durch einen hydraulischen Niveauausgleich einen sicheren Umstieg auf Plattformen und Windkraftanlagen. Allerdings mache die Leasingrate des Systems etwa 15 Prozent der Betriebskosten der Schiffe aus. „Die Norweger entwickeln deshalb ein neues Docking-System, das sich wirtschaftlicher einsetzen lässt“, so Thomsen weiter. pk

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