St. Petersburg-Praktikum als große Chance

S. Hahn

Foto: Berufsschule HH

Unverzichtbar für den seewärtigen, russischen Außenhandel: Hafen St. Petersburg, Foto: DVV Archiv
„Wenn jemand eine Reise tut, dann kann er was erzählen“, wusste schon der Dichter Matthias Claudius.
Diese Grunderkenntnis ist in Stein gemeißelt, wie im Frühjahr auch fünf Hamburger Schifffahrtskaufleute feststellten, die ein Praktikum in Hamburgs Partnerstadt und zugleich einem der bedeutendsten Häfen Russlands, St. Petersburg, absolvierten. Für alle Beteiligten eine Erfahrung fürs Leben.
Das Austauschprogramm beruht auf der Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und St. Petersburg und bietet jährlich 50 finanziell geförderte Praktikumsplätze für Hamburger Auszubildende im 2. oder 3. Lehrjahr. Mit etwa vier bis sechs Wochen Vorlauf werden die verfügbaren Praktikumszeiträume durch die Agentur „Arbeit und Leben“ den Hamburger Berufsschulen bekannt gegeben. Auch die Staatliche Handelsschule Berliner Tor (HBT) begleitet dieses einzigartige Programm aktiv.
Im Frühjahr mit dabei waren die Azubis Freda Höck (Samskip Hamburg), Hans Quast (Yang Ming Shipping Europe GmbH), Anna Braren (August Bolten Wm. Miller’s Nachfolger), Jonas Quitkatt (MSC Germany GmbH) und Robin Glade (MSC Germany GmbH). Nach ihrer erfolgreichen Bewerbung nahmen die Auszubildenden an einem Vorbereitungsseminar der Mobilitätsagentur „Arbeit und Leben Hamburg“ teil. Hier wurden Organisatorisches für die Reise und einige kulturelle Aspekte des Ziellandes erklärt. Die Teilnehmer flogen dann selbstständig nach St. Petersburg und wurden dort von der Betreuerin der russischen Mobilitätsagentur in Empfang genommen. Untergebracht waren die fünf HBT-Schüler in einem zentral gelegenen kleinen Hostel.
Der Praktikumsverlauf war klar gegliedert: So stand die erste Woche ganz im Zeichen einer allgemeinen Orientierung in der Hafen- und Wirtschaftsmetropole, in der immerhin rund fünf Millionen Menschen leben. Auch wichtige Sprachbausteine wurden in dieser Zeit vermittelt. In den beiden Folgewochen bestimmte dann die Arbeit in den Praktikumsbetrieben den Tagesablauf. Zu den schifffahrtsrelevanten Stationen, die die Schüler kennenlernten, gehörten unter anderem ein Inland-Depot, ein Containerterminal, das Kreuzfahrtterminal, das Zollager am Flughafen und die Makarov Marine Academie. Von der Reise kehrten alle mit überwältigenden Eindrücken zurück, wie zum Beispiel Robin Glade: „Ich kann nur positiv auf die Zeit in St. Petersburg zurückblicken. Jedem, dem sich die Chance bietet, bei dem Praktikum mitzumachen, kann ich nur empfehlen, diese zu nutzen.“
Auch für die Fachlehrerin Sabine Hahn von der HBT, ist das Praktikum ein großer Zugewinn: „Der Beruf Schifffahrtskaufmann ist ein ausgesprochen auf Internationalität ausgerichtetes Berufsfeld. Wir freuen uns, dass bereits während der Ausbildung eine Auslandsmobilität ermöglicht werden kann“. Für den Herbst dieses Jahres wird wieder ein Praktikum in St. Petersburg angeboten. Der Termin: 11. bis 31. Oktober. Die Zeit läuft: Die Bewerbungsfrist endet am 14. August. Informationen dazu sind auch auf der Homepage der Berufsschule Berliner Tor zu finden. EHA
Mehr:
www.hbt-schule.de
