„Binnenschifffahrt stärken“

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will mehr Güter von der Straße auf Wasserstraßen verlagern und hat dazu mit der Branche ein Maßnahmenpaket entwickelt. Damit soll die Wettbewerbsfähigkeit der Binnenschifffahrt gesteigert werden. Im Kern geht es darum, die in weiten Teilen veraltete Infrastruktur zu modernisieren und die Flotte umweltfreundlicher zu machen. Scheuer sagte am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung eines Masterplans Binnenschifffahrt, es stünden in den kommenden Jahren Investitionsmittel in Milliardenhöhe bereit.

Der Anteil der Binnenschifffahrt am gesamten Güterverkehr in Deutschland solle von derzeit neun auf zwölf Prozent gesteigert werden, sagte Scheuer. „Wir wollen und müssen besser werden.“ Das Binnenschiff sei ein „heimlicher Gütertransport-Gigant“. Motorgüterschiffe mit einer Tragfähigkeit von 3000 Tonnen könnten bis zu 150 Lkw ersetzen. Scheuer: „Das ist ein enormes Potenzial, das wir noch besser nutzen wollen.“

Es sei wichtig, dass Engstellen im Wasserstraßennetz nun vordringlich angegangen würden, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt, Martin Staats. Er verwies auf die schwierige Lage im vergangenen Sommer. Niedrige Pegelstände etwa im Rhein hatten zu deutlichen Einbußen beim Gütertransport geführt. Staats sagte, es sei in den vergangenen 20 bis 30 Jahren viel zu wenig gemacht worden für die Binnenschifffahrt. Der Zustand der Wasserstraßeninfrastruktur sei geprägt von einem „langjährigen Investitionsdefizit“.

Der Masterplan umfasst die Schwerpunkte Infrastruktur, Umweltfreundlichkeit und Flottenstruktur, Digitalisierung, Stärkung multimodaler Transportketten sowie Gewinnung von Fachkräften. bek/dpa

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