Bund will Brunsbütteler Feuerwehr ausbooten

Das Bundesverkehrsministerium (BMVI) lässt sich weiterhin nicht in die Karten schauen, wie das neue Fachkonzept des Havariekommandos für die Brandbekämpfung und Verletztenversorgung auf See aussehen soll.

Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen (THB 22. Mai 2015) und einem Brief von Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann an den Brunsbütteler Bürgermeister hervor, der dem THB vorliegt. Die im Herbst 2013 eingesetzte Bund-Länder-Arbeitsgruppe habe bisher zweimal getagt und dabei auf Basis früherer Einsätze „Einsatzszenarien definiert und taktische Vorgehensweisen erarbeitet“. Zwischenergebnisse wurden im Frühjahr präsentiert. Vage heißt es im Ferlemann-Brief weiter: „Insbesondere wurde hier die schnelle Verfügbarkeit der Einsatzkräfte und das Verbringen zum Einsatzort mittels Hubschrauber betrachtet.“

Das könnte als Votum dafür verstanden werden, die Brandbekämpfung und Verletztenversorgung bei Berufsfeuerwehren zu konzentrieren – womit aber Brunsbüttel mit seiner freiwilligen Feuerwehr (FFW) vor einem Pro blem stünde: Aktuell sind Feuerwehren aus 13 Städten an Nord- und Ostsee mit speziellem Gerät von Bund und Ländern für Brandbekämpfung und Verletztenversorgung auf See ausgerüstet und in das Einsatzkonzept eingebunden, darunter Brunsbüttel als einziger Standort mit freiwilliger Feuerwehr. Trotzdem war die Brunsbütteler Wehr laut Aufstellung des BMVI in der Antwort auf die Anfrage in der Vergangenheit mehrfach weit über die Region hin aus tätig. Die Stadt befürchtet, entweder auf den Personal- und Sachkosten sitzenzubleiben oder den Brandschutz am Nord-Ostsee-Kanal nicht mehr leisten zu können. roe/pk

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