China verspricht Reformen
Während China trotz immer schwächerer Wachstumszahlen nicht müde wird, zu betonen, das Land sei auf dem richtigen Weg, erklären europäische Unternehmen die „goldenen Zeiten“ in dem ostasiatischen Staat für beendet.
„China ist keine Quelle für Risiken, sondern für Chancen“, sagte Ministerpräsident Li Keqiang in seiner Eröffnungsrede beim Treffen des Weltwirtschaftsforums am Donnerstag in Dalian. „Wir beschleunigen strukturelle Reformen, um das volle Potenzial der Wirtschaft zu erreichen“, versprach er. Seine Ankündigung kommt zu einer Zeit, in der die Wirtschaft des Landes mit vielen Problemen konfrontiert ist. Das Wachstum war zuletzt so schwach wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr, der Außenhandel schwächelt und die Regierung kämpft gegen starke Börsenturbulenzen. Der Leitindex in Shanghai ist seit Mitte Juni um rund 40 Prozent abgesackt. „Die angekündigten Reformen werden zu langsam umgesetzt“, warnt Jörg Wuttke, Präsident der Europäischen Handelskammer in China: „Es ist für uns noch nicht das Ende aller Zeiten. Aber es sind andere Zeiten.“ Auch in den deutschen Häfen blickt man mit Besorgnis nach China. In Hamburg beispielsweise legte der Boxenumschlag im vergangenen Jahr noch um 5,1 Prozent zu – vor allem dank des starken Wachstums im China-Geschäft mit rund drei Millionen TEU. bre/dpa

