Ein neuer Containerhafen in NRW

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen plant, in Düsseldorf einen neuen Containerhafen zu bauen. In der Frage, welcher Seehafen für das Industrieland der wichtigste ist, hält sich der zuständige Minister aber bedeckt.

Nordrhein-Westfalen brauche die Westhäfen und deutschen Seehäfen gleichermaßen, heißt es in dem Wasserstraßen-, Hafen- und Logistikkonzept, das Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) gestern in Düsseldorf vorstellte. Insbesondere die nördlichen und nordöstlichen Landesteile seien eher auf die deutschen Häfen ausgerichtet (THB 6. April 2016).

Groschek unterstrich seine Forderung, den Hafen in Düsseldorf-Reisholz auszubauen. Die Landesregierung will ihn zu einem modernen Umschlagplatz für Containerschiffe machen. Gegen den geplanten Ausbau gibt es aber heftige Widerstände von Anwohnern im Düsseldorfer Süden, die eine massive Zunahme des Lkw-Verkehrs befürchten.

Minister Groschek sagte weiter, das Konzept füge sich in die Rahmenplanungen des Bundesverkehrswegeplans – „ein Buch guter Nachrichten für NRW“ – ein. Verkehrspolitisch sei es wichtig, dass die Verkehre über die Westhäfen zu einem großen Teil auf der Wasserstraße durchgeführt würden und der Lkw eine untergeordnete Rolle spiele, heißt es im Konzept. Verkehre von den deutschen Häfen gingen nach wie vor zu einem beachtlichen Teil über die Straße. Die angestrebte engere Zusammenarbeit zwischen dem Land und Hamburg wurde vom Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) ausdrücklich begrüßt.

Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) unterstützt die von der Landesregierung verfolgte Absicht, die Binnenschifffahrt zu stärken: „Erfreulich ist, dass das Land sich für die stärkere Nutzung der Binnenschifffahrt einsetzt und auch ein Auge auf die Situation in der Ausbildung oder der Flottenmodernisierung hat.“

Der BDB hält die enge Kooperation mehrere Bundesländer in Infrastrukturfragen über die Rheinkonferenzen für sinnvoll. pk

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