Erste Korvette auf Kiel gelegt
Zweieinhalb Monate nach dem Brennstart ist am Donnerstag auf der zur Lürssen-Gruppe gehörenden Peene-Werft die erste von insgesamt fünf neuen Korvetten für die Deutsche Marine auf Kiel gelegt worden. In Wolgast verfolgten Vertreter aus Politik, Verwaltung, Marine und Industrie die Zeremonie. „Die Deutsche Marine braucht die Korvetten dringend“, sagte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).
„Wir können auch schnell sein“, stellte der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause, fest. Zwei Jahre nach der ersten Initiative erfolgte am 7. Februar 2019 der Baubeginn – und nun die Kiellegung. Krause: „Wir sollten auch weiter schnell sein, denn die Männer und Frauen der Marine warten auf die Entlastung, die uns diese im Einsatz bewährten Korvetten bringen werden.“
Die fünf Neubauten basieren grundsätzlich auf dem ersten Los der Klasse „K130“. Punktuelle Änderungen umfassen etwa größere und schnellere Bereitschaftsboote und die Umsetzung heutiger Vorschriften zur IT-Sicherheit.
Die Fertigung des zweiten Loses übernimmt die Arbeitsgemeinschaft (Arge) K130, bestehend aus der Fr. Lürssen Werft, Thyssenkrupp Marine Systems und German Naval Yards Kiel. Ab 2022 sollen die Korvetten zulaufen. Das soll vor allem durch Arbeitsteilung funktionieren: Zwei Vorschiffe werden auf der Lürssen-Werft in Bremen gefertigt und vorausgerüstet, drei am Kieler Standort der German Naval Yards. Die Peene-Werft ist für die fünf Hinterschiffe zuständig. Den Zusammenschluss von Vor- und Hinterschiff sowie Endausrüstung und Abnahmen übernimmt abschließend die Lürssen-Tochter Blohm+Voss in Hamburg.
Für den Standort Wolgast ist der Auftrag von großer Bedeutung, wie Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hervorhob: „Der heutige Fertigungsstart der Hinterschiffe hier am Standort Wolgast leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesamtauslastung der Werft und wird damit das durch den Exportstopp erfolgte Auslastungstief etwas abfedern. Damit schlägt das industrielle Herz in Wolgast wieder kräftiger.“ Die mit dem Bau von Patrouillenbooten für Saudi-Arabien beauftragte Peene-Werft schickte nach dem verhängten Exportstopp einen Teil der 300 Mitarbeiter in Kurzarbeit. ger/lmv