„Gorch Fock“ kann aufs Wasser

Die „Gorch Fock“ bei Bredo im Dock, Foto: Wolfhard Scheer
Eine Insolvenz, juristischer Streit und nun unbezahlte Rechnungen. Bei der Sanierung der „Gorch Fock“ gibt es immer neue Probleme. Doch nach Verhandlungen kann der Rumpf nun wieder auf Wasser.
Das Verteidigungsministerium hat in Gesprächen mit zwei an der Sanierung beteiligten Werften eine Zwischenlösung für einen heftigen Streit um unbezahlte Rechnungen gefunden. Damit könne der Rumpf des Segelschulschiffs der Marine am Freitag aus dem Dock der Bredo-Werft in Bremerhaven zu Wasser gelassen werden, bestätigte ein Sprecher des Ministeriums am Donnerstag in Berlin der Deutschen Presse-Agentur. Eine juristische Klärung bleibt aber nach Angaben aus dem Verteidigungsministerium möglich.
Für Donnerstag waren Verhandlungen in letzter Minute angesetzt worden. Bredo hatte von einer Kompromisslösung gesprochen. Der Vorschlag: Der Rumpf könne zwar ausgedockt werden, das Pfandrecht der Werft aber erhalten bleiben und die Frage vor Gericht endgültig geklärt werden. Die Bredo-Werft, eine Subunternehmerin der mit der Sanierung beauftragten Elsflether Werft, hatte wegen unbezahlter Rechnungen die Herausgabe des Schiffes verweigert und den sanierten Rumpf als Pfand beansprucht. Sie hatte das Schiff am Freitag nur zu Wasser lassen wollen, wenn der Bund 5,1 Millionen Euro bezahlt.
„Es ist gut, dass Einsicht eingekehrt ist. Eine Blockade der Instandsetzung der ‚Gorch Fock‘ schadete letztlich allen Seiten“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. „Der Bund hat stets alle vertraglichen Verpflichtungen vollumfänglich erfüllt. Zusätzliches Geld fließt nach dieser Vereinbarung nicht. Eine gerichtliche Überprüfung der von Bredo behaupteten Ansprüche ist für die Bundeswehr kein Problem.“ Wichtig sei, dass dem Freitag geplanten Ausdocken der „Gorch Fock“ und damit der weiteren Instandsetzung nichts mehr entgegenstehe. „Das ist alles, was zählt“, sagte der Sprecher.
Der Segler liegt bei der Bredo-Werft im Dock. Neu aufgebaut wird er unter Regie der Elsflether Werft. Diese ist allerdings insolvent. dpa/ger