ITF zweifelt an SECA-Technik

Dänemarks Verkehrsminister Hans Schmidt eröffnete das ITF, Foto: ITF
Die weitere Schwefelreduzierung und CO2-Einsparung in der Seeschifffahrt stehen im Konflikt miteinander. Das war der Tenor einer Diskussion auf dem Weltverkehrsforum (ITF).
Tahmid Mizan vom Ölkonzern Exxon räumte zwar ein, dass die Einrichtung von Schwefelkontrollzonen (SECA) zum Schutz der Küstenbewohner sinnvoll sei. Das Ziel der IMO aber, ab 2020 auch den Schwefelgehalt von Treibstoffen auf hoher See von aktuell 3,5 auf 0,5 Prozent zu reduzieren, werde einen Anstieg der CO2-Emissionen zur Folge haben. Grund sei, dass der Schwefel mit hohem Energieaufwand entweder dem Treibstoff in den Raffinerien oder später den Schiffsabgasen per Scrubber entzogen werden müsse. „Bisher nutzen wir jeden Tropfen Rohöl“, sagte Mizan. Das sei künftig nicht mehr möglich.
Anna Larsson von Wallenius Wilhelmsen unterstrich die Notwendigkeit, in den IMO-Regeln bei der Treibstoffnutzung fairen Wettbewerb sicherzustellen. Sie plädierte für eine Ergänzung von Annex VI: Schiffe sollten nur dann schwefelreichen Kraftstoff an Bord haben dürfen, wenn sie über einen Scrubber verfügen. Finn Arne Rognstad vom Antriebshersteller Rolls-Royce hielt dem entgegen, dass die Schifffahrt ohnehin verpflichtet sei, über Treibstoffe Buch zu führen. Larsson bezweifelte, dass die Bücher immer ehrlich geführt werden. roe/pk