„Lifeline“-Kapitän muss Strafe zahlen

Gefängnis bleibt Claus-Peter Reisch erspart, bestraft wird er trotzdem: Der deutsche Kapitän der Hilfsorganisation Mission Lifeline ist nach der Rettung von Migranten auf dem Mittelmeer zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Er muss 10.000 Euro an lokale Hilfsorganisationen zahlen. Begründung des maltesischen Gerichts: Das unter niederländischer Flagge fahrende Schiff „Lifeline“, das seit fast einem Jahr im Hafen von Valetta an der Kette liegt, sei ohne ordnungsgemäße Registrierung unterwegs gewesen.

Die Dresdener Hilfsorganisatuion dementiert dies und kündigte an, in Berufungs gehen zu wollen. Aus diesem Grund gilt die „Lifeline“ zunächst weiter als beschlagnahmt und darf Malta nicht verlassen.

Es ist das erste Mal, dass in der EU jemand im Zusammenhang mit der Rettung von Migranten auf See verurteilt worden sei. Der 58-jährige Kapitän hatte vergangenen Juni im Mittelmeer vor der libyschen Küste mehr als 230 Migranten an Bord der „Lifeline“ genommen. Danach wurde das Schiff am Einlaufen in mehrere Häfen gehindert. Es durfte erst in Malta anlegen, nachdem mehrere EU-Staaten zugesagt hatten, die Menschen aufzunehmen. dpa/acw

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