Mehr US-Flüssiggas in die EU

US-Energieminister Rick Perry und EU-Energiekommissar Miguel Arias Cañete bei der Konferenz in Brüssel, Foto: EU-Kommission/Jennifer Jacquemart
Die Importe von US-Flüssiggas nach Europa sind in den vergangenen Monaten kräftig gewachsen. Die EU-Kommission sprach am Donnerstag von einem Anstieg um 272 Prozent in neun Monaten seit Juli 2018 im Vergleich zum selben Zeitraum davor. Absolut waren dies demnach 10,4 Milliarden Kubikmeter. Hintergrund ist eine Vereinbarung von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit US-Präsident Trump.
Trump hatte im Handelsstreit gefordert, die EU müsse mehr Flüssiggas (LNG) importieren. Um das Vorhaben voranzutreiben, organisierten die EU-Kommission und die US-Regierung am Donnerstag in Brüssel eine Konferenz mit der Gaswirtschaft. Von Umweltschützern kam heftige Kritik an der Konferenz und an der Einfuhr des sogenannten Fracking-Gases.
Gemessen am gesamten EU-Gasverbrauch von rund 480 Milliarden Kubikmetern pro Jahr ist der US-Anteil immer noch klein. Aus den USA kommen auch nur 13,4 Prozent des in die EU importierten Flüssiggases. LNG selbst macht deutlich weniger als die Hälfte des Verbrauchs aus. Das meiste Gas kommt über Leitungen.
US-Energieminister Rick Perry übte bei der Konferenz in Brüssel erneut scharfe Kritik an der neuen Ostsee-Gasleitung „Nord Stream 2“ von Russland nach Deutschland. Diese mache Europa noch abhängiger von russischem Gas und erlaube Moskau, Druck auf europäische Staaten auszuüben. Er sei aber ermutigt von der Entscheidung der Bundesregierung, mehr Flüssiggas aus den USA zu importieren und zwei neue Anlandeterminals in Deutschland finanziell zu unterstützen.
Perry räumte ein, dass Flüssiggas deutlich teurer ist als russisches „Röhrengas“. Doch könne es nicht nur um den Preis gehen, sondern auch um die Verlässlichkeit der Lieferungen. „Wenn man sich nur darum kümmert, wie billig das Angebot ist, dann wird man womöglich keinen BMW oder Mercedes Benz kaufen“, so Perry. n dpa/bek
