Navy berechnet Piratengefahr

Piratenübergriffe nehmen vor allem in Südostasien, vor Nigeria und in südamerikanischen Gewässern wieder zu. Wissenschaftler der US-Marine haben jetzt eine Art Frühwarnsystem entwickelt, mit dem Reedereien und Besatzungen von Frachtschiffen das Gefährdungspotenzial in einzelnen Seegebieten besser einschätzen können.

In das Modell des Marine Research Laboratory (NRL) fließt eine Kombination aus Wetter- und Wellenanalyse und den Verhaltensprofilen bei bisher bekannten Piratenüberfälle ein.

Die Verhaltensprofile basieren auf der Art der Schiffe, die in der Regel von Piraten genutzt werden, ihrer Angriffsgeschwindigkeit und der Geschwindigkeit, mit der sie zu ihren Mutterschiffen oder Landbasen zurückkehren. Unter der Annahme, dass Piraten meistens kleine und schnelle Boote nutzen, die sehr anfällig für starke Winde und raue See sind, analysiert das System auch die Wind- und Wellendaten der Fahrtgebiete, um das Gefährdungspotenzial zu berechnen.

„Der menschliche Faktor bleibt natürlich unberechenbar“, sagte Admiral Jonathan W. Greenert, Chef der Marineoperationen und ranghöchster Offizier der US Navy. „Aber wir sehen doch, dass sich gewisse Gesetzmäßigkeiten aus dem Verhalten von Piraten ableiten lassen. Und das Wissen darum macht die Schifffahrt sicherer.“

Milliarden-Schaden durch Piraterie

Laut Berechnungen der US-Marine kostet die weltweite Piraterie alleine die US-Wirtschaft jährlich rund 16 Milliarden US-Dollar. Diese Summe beinhaltet sowohl Kos ten für Frachtverluste und Versicherungsprämien als auch Honorare für Security Guards und die Einsatzkosten von US-Marine und Coast Guard in Pirateriegebieten. Greenert vermutet, dass das Navy-Modell vor allem zur Bekämpfung der Piraterie in Südostasien geeignet sei. pk

Teilen
Drucken

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Nach oben