Notfallplan der Behörden

Mit der Havarie der „NYK Olympus“ (9120 TEU) beschäftigt sich jetzt die Hamburger Bürgerschaft. Das Containerschiff (IMO 9312987) musste am vergangenen Wochenende notankern (THB 7. Juli 2015). Der Abgeordnete Norbert Hackbusch (Die Linke) hat zu den Vorfällen eine Kleine Anfrage gestellt.

In seiner schriftlichen Anfrage geht der Abgeordnete zunächst auf den Hergang des Vorfalls ein. Danach musste der 2007 gebaute, 366 Meter lange und 45,80 Meter breite Frachter am 3. Juli gegen 21 Uhr auslaufend vor Grünendeich ein Notankermanöver einleiten. Da die „NYK Olympus“ mit der Tide fuhr, wurde sie vom Gezeitenstrom um 180 Grad vor Anker gedreht. Das kurz nach ihr ausgelaufene Kreuzfahrtschiff „MSC Splendida“ musste vor dem Anleger Lühe aufstoppen und das Drehmanöver abwarten. „Die ‚Reinbek‘ schien nichts mitbekommen zu haben und rauschte noch an dem Havaristen vorbei“, heißt es in der Anfrage.

Am folgenden Tag gegen 13 Uhr verließ die „NYK Olympus“ dem Bericht zufolge mit Schlepperunterstützung den Nothalteplatz vor Airbus, wurde im Parkhafen gedreht und wollte die Weiterfahrt antreten. Eine Stunde später verlor sie bei auflaufendem Wasser vor Blankenese-Unterfeuer erneut Fahrt. Die bereits nach Neumühlen zurückgekehrten Schlepper eilten wieder heran und stellten Leinenverbindung her. Die „NYK Olympus“ wurde rückwärts erneut an den Nothalteplatz gezogen und vertäut. Die Schlepper blieben in unmittelbarer Nähe. Um 18 Uhr setzte die „NYK Olympus“ die Fahrt fort.

Der Abgeordnete Hackbusch will nun unter anderem wissen, welche Ursache zum einen das Notanker- und Drehmanöver und zum anderen das Aufstoppmanöver hatten, warum die „NYK Olympus“ vor Airbus an den Pfählen festgemacht und nicht in ein Hafenbecken verholt wurde und welche Empfehlungen die Behörden und weiteren Verantwortlichen für die einzelnen Manöver gaben.

Weitere Fragen: Warum durfte die „Reinbek“ bei dem äußerst engen Manöver der „NYK Olympus“ trotzdem noch „flott vorbeifahren“? Und wie wurde insbesondere die Durchführbarkeit des Drehmanövers in der Fahrrinne bewertet, da die „NYK Olympus“ länger als die Fahrrinne breit ist? Der Politiker der Links-Partei erkundigt sich zudem, ob es zutreffe, dass die Hamburger Behörden bei Manövrierunfähigkeit beziehungsweise bei einem Festkommen von Großschiffen, die länger als die Breite des Fahrwassers sind, über Notfallpläne verfügen. fab

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