„Passen LNG-Richtlinie an“

Pionierarbeit: Die LNG-Fähre „Helgoland“ der zur AG Ems-Gruppe gehörenden Reederei Cassen Eils wurde bereits im Dezember 2015 in Dienst gestellt, Foto: Hero Lang
Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) will die Förderrichtlinie für die Aus- und Umrüstung von Seeschiffen auf LNG als Schiffskraftstoff anpassen. Das kündigte Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) Dienstagabend beim Shell Energie-Dialog in Hamburg an. Damit könnten künftig mehr Förderanträge Aussicht auf Erfolg haben. Die Veranstaltung, zu der Shell und der Verband Deutscher Reeder (VDR) eingeladen hatten, stand unter dem Titel „Flüssigerdgas – die neue Energie für die Schifffahrt?“
Um den Einsatz von LNG in der deutschen Seeschifffahrt voranzutreiben, hat das BMVI 2017 erstmals ein Förderprogramm aufgelegt. Der erste Aufruf zur Aus- und Umrüstung von Seeschiffen auf LNG hat bereits zu zahlreichen Förderanträgen geführt, die vom Verkehrsministerium dann einer technischen und kaufmännischen Prüfung unterzogen wurden. „Reedereien müssen nachweisen, dass sie das Schiff acht Jahre lang wirtschaftlich betreiben können“, sagte Ferlemann in seiner Keynote. Daran scheiterten die meisten Förderanträge, denn viele Reeder befänden sich in schwerer See und hätten dadurch auch nicht die benötigte Kapitalkraft. „Wir dürfen nicht in eine Insolvenz hineinfördern“, so der parlamentarische Staatssekretär.
Ferlemann stellte aber in Aussicht, die Förderrichtlinie anzupassen und flexibler zu gestalten. Das werde zwar wahrscheinlich noch nicht zum zweiten Förderaufruf im ersten Halbjahr 2019 so weit sein, aber sicher zur dritten Auflage Ende 2019/Anfang 2020. Die Fördermittel für die Aus- und Umrüstung von Seeschiffen auf LNG werden aus der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie (MKS) zur Verfügung gestellt. Auch das BMVI modernisiert die bundeseigene Flotte mit alternativen Antrieben: Der erste LNG-Neubau ist das Forschungsschiff „Atair“, das im Frühjahr 2020 an das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) übergeben werden soll (thb.info 15. März 2019).
Die International Maritime Organization (IMO) setze sehr stark auf LNG, sagte Ferlemann und räumte verflüssigtem Erdgas „gute Chancen“ als Schiffstreibstoff der Zukunft ein. Mit Blick auf den erforderlichen Ausbau der maritimen LNG-Infrastruktur in Deutschland sagte der Staatssekretär, dass er sich nicht nur einen, sondern auch mehrere Small-Scale-Terminals vorstellen könne. Standorte, die sich darum bemühen, sind Brunsbüttel, Wilhelmshaven, Stade und Rostock. bek
