Politik und Reeder gefordert

Die angekündigte Änderung der Schiffsbesetzungsverordnung sorgt für Gesprächsstoff. Der Verband deutscher Kapitäne und Schiffsoffiziere (VDKS), die Vereinigung deutscher Schiffsingenieure (VDSI) und Ver.di haben am Dienstag die Entscheidung der Politik begrüßt, die EU-rechtlich möglichen Freiräume zur Förderung der Seeschifffahrt weitgehend auszunutzen, um das maritime Know-how am Standort Deutschland zu halten und auszubauen. In einer gemeinsamen Erklärung fordern die Organisationen von der Bundesregierung und den Reedereien jedoch, die geplanten Maßnahmen an eine langfris tige Arbeitsplatzgarantie zum Erhalt von Ausbildung und Beschäftigung in derzeit bestehendem Umfang zu binden. Die im VDR vereinten Reedereien sollen „eine unmissverständliche Erklärung zum Erhalt und Ausbau von Ausbildung und Beschäftigung deutscher Seeleute für den Fall der Umsetzung der geplanten Fördermaßnahmen“ abgeben. Die Ergebnisse der geplanten Veränderungen sollten innerhalb von zwei Jahren evaluiert werden. Sofern keine Verbesserung erzielt werde, seien Maßnahmen zu korrigieren.

Ver.di, VDKS und VDSI stellen fest, dass mit der Verständigung des VDR und des Bundesverkehrsministerium nur zwei Mitglieder des Maritimen Bündnisses einer Änderung der Schiffsbesetzungsverordnung zugestimmt haben. Die angekündigte Reduzierung der Mindestanzahl der auf deutschen Schiffen zu beschäftigenden europäischen Seeleute könne grundsätzlich nicht dazu führen, das notwendige Know-how durch in Deutschland ausgebildete Seeleute zu halten oder gar auszubauen. Die Erhöhung der Subventionen und Fördermaßnahmen seien einseitig ohne Verpflichtung zu einer Gegenleistung hinsichtlich Ausbildung und Beschäftigung zugesagt worden. Damit sei kein „nachhaltiger Nutzen der eingesetzten Steuermittel“ gegeben. Dadurch, dass der Zusammenhang zwischen deutscher Flagge in Verbindung mit der bisherigen Schiffsbesetzungsverordnung entkoppelt werden soll, seien Arbeitsplätze für deutsche Seeleute akut gefährdet. fab

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