Russland erweitert Machtanspruch

Die beiden Atommächte China und Russland trumpfen im Pazifikraum auf. Beide Länder erheben Anspruch auf strategisch und wirtschaftlich wichtige Seegebiete.

Mit einer Verordnung hat Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew die Grenze des russischen Festlandsockels im Ochotskischen Meer erweitert und damit die von Russland beanspruchte Fläche um rund 50.000 Quadratkilometer vergrößert. „Das bedeutet, dass wir unseren Festlandsockel bewirtschaften können, und dort sind große Rohstoffvorkommen und große Energiequellen“, sagte Medwedew bei einem Besuch auf der Kurilen-Insel Iturup.

Der Kurilen-Archipel zwischen der russischen Kamtschatka-Halbinsel und der japanischen Insel Hokkaido fiel nach dem Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion und gehört heute zu Russland. Japan beansprucht seit Jahrzehnten den südlichen Teil der Inselgruppe.

Wie aus der im Internet veröffentlichten Verordnung hervorgeht, beruft sich Russland bei der Grenzverschiebung auf das UN-Seerechtsübereinkommen von 1982. Zuletzt hatte Russland auch seine Gebietsansprüche in der rohstoffreichen Arktis ausgeweitet. Andere Anrainer wie die USA, Kanada, Dänemark und Norwegen beanspruchen ebenfalls einen Teil der Polarregion. Außer den auszubeutenden Rohstoffen wird der Kontrolle der Schifffahrtswege große Bedeutung beigemessen.

Eine ähnliche Strategie verflogt China im Südchinesischen Meer. In den vergangenen Monaten nahm die Regierung erhebliche Verschlechterungen der Beziehungen zu Vietnam und den Philippinen in Kauf: Künstlich aufgeschüttet Inseln untermauern den Anspruch Chinas als Seemacht in diesem Gebiet, durch das auch wichtige Handelsrouten laufen. Jetzt hat die Regierung in Peking ihre Ansprüche dort nochmal erweitert. pk

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