Stadtwerke gegen LNG-Pläne in Brunsbüttel
Der geplante LNG-Importterminal in Brunsbüttel stößt auf Widerstand. Der Verband der Schleswig-Holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft (VSHEW) kritisiert in einer Mitteilung von Donnerstag „den politischen Beschluss zur Förderung einer Flüssiggas-Infrastruktur in Norddeutschland aufs Schärfste“.
Anfang des Monats hätte der Bundesrat einer Regierungsverordnung zugestimmt, wonach Fernleitungsnetzbetreiber künftig verpflichtet würden, LNG-Anlagen an ihre Netze anzuschließen und die Anschlussleitungen zu betreiben. Die entstehenden Kosten müsste letztlich der Verbraucher über die Netzentgelte tragen. „Wenn es zur Umsetzung dieses Vorhabens kommt, wird der Verbraucher den Einsatz fossiler Energien subventionieren – was genau das Gegenteil von dem ist, was Schleswig-Holstein mit seinen Energiewendezielen verfolgt“, sagte Helge Spehr, VSHEW-Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Stadtwerke Rendsburg.
Auch die Deutsche Umwelthilfe geht gegen die Pläne in Brunsbüttel vor. Laut einem Ende Mai veröffentlichten Rechtsgutachten sei das Vorhaben in der Nähe zum Chemiepark und atomaren Anlagen nicht genehmigungsfähig.
Indes trifft German LNG Terminal, das Joint Venture hinter dem Projekt, weitere Vorbereitungen. Das Unternehmen teilte am Mittwoch mit, in diesem Monat den Präqualifizierungsprozess für einen Generalunternehmer zu starten. ger