U-Boote gegen den Drogenschmuggel

Die „Intrepido“ ist 48 Meter lang und verdrängt 500 Tonnen, Foto: Behling
Vor Kiel wurde jetzt ein U-Boot mit kolumbianischer Flagge gesichtet. Nach umfangreicher Umrüstung bei ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) war es zur Erprobung unterwegs.
Im Herbst 2010 endete in der Deutschen Marine die Ära der U-Boote der Klasse 206A. Nach fast 30 Jahren wurden die letzten sechs von einst 18 Einheiten dieser U-Boot-Klasse außer Dienst gestellt. Jetzt erlebt die Klasse ein Comeback.
Das U-Boot „Intrepido“ führte jetzt im Kieler Hafen eine Testfahrt durch. Es ist das erste von zwei Booten dieser Klasse. Die „U 23“ und die „U 24“ wurden am 28. August 2012 im Marinearsenal Kiel als „Intrepido“ und „Indomable“ an die Marine Kolumbiens übergeben. Danach erfolgte ihre Überführung zur Kieler Werft TKMS, wo sie für eine Umrüstung vorbereitet wurden.
In den vergangenen drei Jahren hat man dort die beiden 48 Meter langen und 500 Tonnen verdrängenden U-Boote von Grund auf überholt und an die speziellen Bedürfnisse der kolumbianischen Marine angepasst. Jetzt beginnt für die „Intrepido“ und die „Indomable“ die Inbetriebnahme und Erprobung. Bei diesem Projekt wird Kolumbien auch durch die Bundeswehr unterstützt. Bei den Testfahrten in Norwegen soll ein Mehrzweckboot der Bundeswehr die U-Boote begleiten. Während die „U 23“ und die „U 24“ wieder in Fahrt kommen, werden ihre Schwesterboote „U 16“ und „U 18“ im Kieler Marinearsenal als Ersatzteilspender vorgehalten. Dort liegt derzeit auch die zu dieser Klasse gehörende „U 25“, die nach diversen Ansprengversuchen in der Eckernförder Bucht aufgelegt wurde. Aus Sicherheitsgründen hat man sie dort auf einem Hebeponton festgemacht, da sie nicht mehr schwimm fähig ist.
Nach Informationen aus Marinekreisen soll die Überführung der U-Boote nach Kolumbien im Winterhalbjahr erfolgen. Das südamerikanischen Land verfügt bereits über zwei U-Boote der Klasse 209 von TKMS und soll mit den beiden weiteren Booten seine Fähigkeiten bei der Bekämpfung des Drogenschmuggels erweitern. bre/FB
